AT | 1220 Wien | A. Calmon Asbest- und Gummiwerke Ges.m.b.H. | 1898-1972

Schöne 2007 noch bestehende alte Fabrik mit Kamin samt Wasserspeicher.

Gründungsdatum der Stadlauer Fabrik war 1898. Die Calmon Ges.m.b.H. wurde bereits 1912 von Semperit übernommen. [1]

Produkte und Daten 1925 [2]:

  • Fabrik: XXII., Stadlauer Straße 41
  • Werk: XIII., Hütteldorferstraße 130
  • 650 Arbeiter
  • Dampfmaschine mit 450 PS
  • Erzeugnisse: Alle Asbestfabrikate, Stopfbüchsenpackungen, Gummiwaren
  • Spezialität: Asbestschiefer, Isoliermaterialien, Asbestkleidungsstücke, Hochdruckdichtungsplatten „Stadlit“

Über 74 Jahre lang wurden hier Asbestwaren, vor allem Platten und Gespinste, erzeugt. Seit 1945 waren hier durchschnittlich 120 Personen beschäftigt. Die Expansion der SEMPERIT machte Schwerpunktverlagerungen notwendig. So mußte der Betrieb 1972 geschlossen werden. [3]

Letzte bekannte Nutzung: Holzverarbeitung Karl Neulinger [4].

Abgerissen 2007-2008 [5].

Über diese Fabrik berichtet die Straßenzeitung AUGUSTIN in ihrer Ausgabe 395/2015.[6]

Foto (235 x 173 mm) um 1920. Ansicht von Westen. Rechts im Bild neben dem Dach das Werksgleis zur Elin mit Drehscheibe. Foto im Eigentum von M. Mráz

Quellenangaben:

[1] SEMPERIT AG (1975): 150 Jahre Österreichische Kautschukindustrie 1824-1974. Molden Reihe Industriemongrafien 1/Verlag Fritz Molden, Wien-München-Zürich, 95

[2] Industrie-Compass 1925/26, Band I Österreich, Compass-Verlag, 963

[3] SEMPERIT AG (1975): 150 Jahre Österreichische Kautschukindustrie 1824-1974. Molden Reihe Industriemongrafien 1/Verlag Fritz Molden, Wien-München-Zürich, 35

[4] Handels-Compass Österreich 1978/79, Compass-Verlag, 1768

[5] Eigenerhebung schlot.at

[6] Augustin (2015)

Semperitstandorte auf schlot.at:

Wimpassing

Traiskirchen

Folgende Fotodok entstand im Herbst 2006.  Sie zeugt von der üblichen Vereinnahmung alter Industrie durch die Natur, Rave-Veranstalter, Kfz-Bastler, Sprayer und durch sonstige Elemente der Halbwelt.

Danke an Nordbahnbertl für den Lagehinweis der Calmon!

Kartenansicht: schlot_map (bei Google Maps)

5 Responses to AT | 1220 Wien | A. Calmon Asbest- und Gummiwerke Ges.m.b.H. | 1898-1972

  1. lars sagt:

    hallo,
    die verdickung ist kein filter sondern ein wasserbehälter,
    das ganze also eine kombination aus schornstein und wasserturm
    grüße lars

  2. thomas sagt:

    servus !
    tolle bilder , schöne stimmung – schon abgerissen ???
    gruss
    tom

  3. swyg sagt:

    Ja..

    Vogelperspektive des Areals:

    http://maps.live.de/LiveSearch.LocalLive?cp=48.233985127892964~16.457405701587675&scene=29566324&style=b&lvl=1&dir=0&tilt=-90&alt=-1000

    Luftbild (mit noch bestehender Fabrik):

    http://maps.live.de/LiveSearch.LocalLive?cp=48.233985127892964~16.457405701587675&scene=29566324&style=a&lvl=19&dir=0&tilt=-90&alt=-1000

  4. Nordbahnbertl sagt:

    Hallo,
    bei dem Gelände handelt es sich um eine der ersten, wenn nicht sogar die erste Fabrik in Hirschstetten.
    Bereits auf 1880er-Karten ist eine Asbest-Fabrik eingezeichnet, die Hallen wurden mehrmals erweitert und umgebaut und waren dann die „Gummiwerke Calmon“, in der Nachkriegszeit von Semperit übernommen. Als die Produktion in den 1970/80ern eingestellt wurde, bezog nach einiger Zeit die Fa „Holzzentrum Neulinger“ das Gelände und benützte es als Lagerplatz. Als diese Fa bankrott ging, stand das Gelände eine Zeit lang leer, zeitweise war ein Motorrad-Club dort eingemietet. Die Gebäude verfielen, Abriss begann 2007. Seit Sommer 2010 entsteht ein mit Containern errichteter Miet-Lagerplatz ala „Self-Storage“.

    MFG
    Nordbahnbertl

    P.S.: Danke für die Bilder – als Nachbar (!!!) kam ich zu spät, weil immer wieder aufgeschoben :-(((
    P.P.S.: wie kann man hier Bilder einstellen?

  5. Nordbahnbertl sagt:

    Nachtrag:
    ich will ja kein i-Tipferl-Reiter sein, aber die Thread-Überschrift enthält gleich zwei Ungenauigkeiten:
    + für ein Gleisdreieck fehlt dort das dritte Gleis, also der dritte Schenkel des Dreieckes, es gibt tatsächlich (und gab auch nie mehr) nur zwei „Äste“ der nördlichen Ostbahn:
    den Laaer-Ast (das ist der, der geradeaus Ri Norden, Ri Kagran, Süßenbrunn, etc führt)
    und
    den Marchegger Ast (der zweigt bei der Hst „Erzh Karl Straße“ in weitem Rechtsbogen Ri Hirschstetten, Aspern, usw , ab). „im Zwickel der Ostbahn-Äste“ würde also besser passen.😉
    + das hier besprochene und in Bildern gezeigte Fabriksareal liegt an der Stadlauerstraße Nr 41.
    Die Erzherzog Karl Straße ist gut 600m Luftlinie entfernt.

    MFG
    Nordbahnbertl

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