AT | 1030 Wien | Tag des Denkmals | ARENA Wien – Ehem. Schweineschlachthaus St. Marx

So., 25.09.2016: Ausstellung Tag des Denkmales!

Ausstellung im Zuge des Tages des Denkmales im ehemaligen Schweineschlachthaus St. Marx. Die Ausstellung beleuchtet die facettenreiche Vergangenheit und Gegenwart des Standortes aus baugeschichtlicher und soziologischer Sicht bis in die Gegenwart.

Constanze C. Czutta von schlot.at ist durch Aufarbeitung der Baugeschichte des Schlachthofes und der näheren Umgebung vertreten! Eine gute Chance, viel Wissenwertes über die ehemaligen Randbereiche der Stadt zu erfahren, schreibt CZUTTA doch ihre Dissertation zu ebendiesem Thema.

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AT | 1030 Wien | Industriewerke Arsenal, 1919/20

Die Industriewerke Arsenal waren die auf Friedensproduktion umgerüsteten Werkstätten des Artillerie-Arsenals Wien. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg durften in Österreich vorerst keine militärischen Waffen mehr erzeugt werden.
Die Umstellung auf Alternativprodukte wurde von großen Teilen der Arbeiterschaft aus Angst vor weiteren Arbeitsplatzverlusten (20.000 Beschäftigte im Krieg, Reduktion auf 3.000 Arbeiter 1919) boykottiert. Die Industriewerke waren daher praktisch nicht produktiv, sondern eher Keimzelle für revolutionäre Ideen der Arbeiterschaft.

1921 wurde der Betriebskomplex in Österreichische Werke Arsenal umbenannt, ab 1922 tatsächlich Friedensartikel hergestellt – siehe letztes Bild und Detailansicht des Kanaldeckels. Nach starken Absatzschwankungen in den 1920er Jahren wurden die Werke 1934 politisch motiviert geschlossen. [1]

Das erste der beiden vorliegenden Dokumente stammt aus der schwierigen unmittelbaren Nachkriegszeit – 1919/20 – also aus der revolutionär gesinnten Zeit der Industriewerke Arsenal – siehe zwei Stempel im Dokument.

  • Ausweis der Industriewerke Arsenal (Legitimation) Nr. 4056 von Michael Barczyzyn, geboren zu Lemberg (heutige Ukraine) 1874. Ohne Datum, wohl 1919 oder 1920. [1] Er war in den Industriewerken Arsenal (zumindest offiziell) als Tischler gemeldet. Eigentum schlot_archiv.
  • Parteibuch der SDAP (Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschösterreichs) von seinem gleichnamigen Sohn, Ausstellungsdatum 04.02.1928. Die fehlenden Mitgliedsbeiträge ab 1934 sprechen eine beredte Sprache. Eigentum schlot_archiv.

[1] Quelle: wiki – Österreichische Werke Arsenal.

schlot_map (bei Google Maps)