RUS | Suchanfrage | Kraftwerk Smolensk? | 1941-43

Dieses Wehrmachts-Foto aus der UdSSR [1] ist mit „Bahnhof Smolens“ [sic!] beschriftet.

Im relevanten Hintergrund ist ein großes Kraftwerk mit sieben gemauerten Kaminen erkennbar. Weder eine Online-Suche nach historischen Smolensk-Fotos noch die Auswertung eines aktuellen Luftbildes [2] zeigt einen Hinweis auf ein Kraftwerk dieser Größenordnung in Smolensk. Vielleicht läßt sich das Mysterium mithilfe unserer Leserschaft aufklären.

Quellen:

[1]…Foto 93,5 x 62 mm Belichtungsfläche, „Bahnhof Smolens“[sic!], Eigentum schlot.at (2016)

[2]…Google Maps, Smolensk, 21.08.2016

 

UA | KH | Druzhkivka | Donez-Werk | 1941-1943

UA-Druzhkivka-Donetz-Werk_1200

Kontaktkopie einer Aufnahme des Donez-Werkes in Druzhkivka (ua.) bzw. Druzhkowka (russ.) [1], Oblast Donetsk, wohl 1941-1943 entstanden [2].

In der englischen Version des die Stadt betreffenden wiki-Artikels ist Folgendes zu lesen [2]:

From the late 19th through the 20th century, Druzhkivka grew into a mid-size industrial city with several large factories producing mining equipment and machinery, hardware, kitchen stoves, china tableware and bricks, as well as several clay-extracting quarries in the city’s vicinity.

Das Foto zeigt einen großen Industriebetrieb mit fünf Kaminen und zwei Kühltürmen. Im Hintergund ist ein Gasbehälter zu sehen, wie er auf dem aktuellen Luftbild von Google Maps noch zu erkennen ist.

Die Stadt war vom 22.10.1941 – 06.02.1943 und vom 09.02.1943 – 06.09.1943 von der deutschen Wehrmacht besetzt [2]. Die Interessen Hitler-Deutschlands in diesem Gebiet waren neben den üblichen Territorial- und Völkermordgelüsten die Erbeutung von Kohle und die Besetzung von kriegswirtschaftlich relevanten stahlverarbeitenden Betrieben für die Fütterung der eigenen Kriegsmaschinerie.

Druzhkivka wurde anno 2014 von den Donbass-Separatisten eingenommen [4], ist aber wieder unter ukrainischer Kontrolle [5].

 Quellen:

[1]…Kontaktkopie 6×6 cm, Agfa Lupex, Donez -Werk Druzhkowka. Eigentum schlot.at (2016)

[2]…Druzhkivka auf wiki, englisch, 04.08.2016

[3]…Google Maps – Druzhkivka, 04.08.2016

[4]…War in Donbass, wiki, 04.08.2016

[5]…Karte des Territorialkonflikes Donbass-Milizen gegen Ukraine, Stand 01/2016, 04.08.2016

DE | MA | Rheinische Porzellanfabrik Mannheim | 1918-19

Dieses Großformat [1] hat am 22.04.2016 den Weg in unser Archiv gefunden.

Es zeigt die Rheinische Porzellanfabrik Mannheim hinter einer Bahntrasse, in der Nähe befindet sich eine Art Villa in Fachwerksbauweise, wie sie beispielsweise im nördlichen Bayern oder in Franken typisch ist.

Das wahrlich Interessante an dem möglicherweise zeitgeschichtlich bedeutenden Foto ist eine Versammlung von Soldaten um einen sprechenden Militär.

Seitens schlot.at wurde diesbezüglich eine Erkenntnis-Anfrage an  Dr. Thomas Weißbrich, Fachbereichsleiter Militaria des Deutschen Historischen Museums Berlin, gerichtet. Er antwortete uns am 12.05.2016 wie folgt [2]:

[…] Das Foto dürfte aus der Revolutionszeit 1918/1919 stammen, auf der Versammlung mischen sich Offiziere und Mannschaften verschiedener Truppenteile (in Infanterie- und Kavallerieuniformen der sich auflösenden oder aufgelösten deutschen Armee des Kaiserreichs) sowie zivile Teilnehmer, Waffen scheinen nicht getragen zu werden, dafür Tornister und anderes Gepäck. Um den roten Frontkämpferbund kann es sich nicht handeln, er wurde erst 1924 gegründet. Denkbar wäre, dass es sich um eine Veranstaltung eines (sozialdemokratischen) Arbeiter- und Soldatenrates oder um eine linksradikale Kampfgruppe wie den Roten Soldatenbund handelt, 1918/1919 gab es diverse lokale Organisationen. Auf der Gegenseite waren hingegen zahlreiche Freikorps aktiv.

Zur Identifizierung nutzten diese Einheiten zumeist Armbinden, Ärmelstreifen und Ärmelabzeichen, ansonsten trugen die Angehörigen ihre bisherigen Uniformen weiter. Die auf Ihrem Foto abgebildete Kennzeichnung durch zwei Balkenstreifen ist mir bislang unbekannt, jedoch bin ich auch kein Experte für die zumeist improvisierten Abzeichen der temporär existierenden und kleidungsmäßig oft sehr „bunt“ aussehenden Gruppen […]

Wir bedanken uns bei Dr. Th. Weißbrich für die vorliegende Auskunft und ersuchen die geschätzte Leserschaft um zweckdienliche Hinweise betreffend Fotodetails wie die beiden parallel verlaufenden weißen Abzeichen an vielen Uniformen bzw. den Ort der vorliegenden Aufnahme.

Anmerkung: Klärung des Standortes durch User von Quelle [3] am 04.08.2016!

Quellen:

[1]… Albumin-Foto 227×163 mm, Eigentum schlot.at-Archiv (2016)

[2]…Email Dr. Thomas Weißbrich, Fachbereichsleiter Militaria des Deutschen Historischen Museums Berlin vom 12.05.2016

[3]…unterirdisch-forum.de, 04.08.2016, Verlinkung auf [4]

[4]…Rheinische Porzellanfabrik Mannheim auf wiki mit fast identem Foto um 1919, 04.08.2016

DE | FR | Gaswerk Freiburg IG Nord | 1940

Schnappschuss [1] aus 1940, welcher wohl das dritte Gaswerk der Stadt Freiburg im Breisgau im heutigen Industriegelände Nord zeigt [2]. Zu erkennen sind neben einem Retortenhaus und zwei Kaminen zwei Gasbehälter, davon einer in Teleskopbauweise.

DE-Gaswerk-Freiburg

Das erste Gaswerk der Stadt Freiburg wurde 1850 auf dem heutigen Johanneskirchplatz errichtet; es wurde am 1. Oktober 1884 durch einen Neubau im Stühlinger an der Ferdinand-Weiß-Straße, Ecke Eschholzstraße, ersetzt. Als die Kapazitätsgrenzen dieses Betriebes erreicht waren, wurden anno 1932 erste Pläne für einen abermaligen Gaswerks-Neubau vorgelegt und dieser 1936 im Industriegebiet Freiburg-Nord realisiert [2].

Da die vorliegende Aufnahme das Gaswerk bzw. seine Kesselanlagen anno 1940 und in Betrieb zeigt, wird angenommen, dass hier das dritte Freiburger Gaswerk IG Nord gezeigt wird.

Die Gaswerke Freiburg 2 und 3 sind in einem renommierten deutschen Gaswerkeverzeichnis gelistet. Demnach wurde die beiden Teleskopgasbehälter des zweiten Freiburger Gaswerkes Stühlinger nach 1986, derjenige des Freiburger Gaswerkes IG Nord nach 2003 abgerissen [3].

Quellen:

[1]…Foto74 x 43 mm, datiert mit Juni 1940, Eigentum schlot.at-Archiv (2016)

[2]…www.badische-zeitung.de, Information über die drei Freiburger Gaswerke, 29.04.2016

[3]…www.gaswerk-augsburg.de, 29.04.2016

UA | Donetsk | Zerstörte Zeche | Kriegswinter 1941

Konvolut von zehn deutsch beschrifteten Aufnahmen aus dem östlichen Bereich von Stalino / heute Donetsk. [1]. Zu sehen sind neben einem Förderturm, gesprengten Fabriksanlagen und einer mächtigten Abraumhalde die lokale Bevölkerung und deren ärmliche Behausungen (Foto 506, „Baracken mit 24 Wohnungen“).

Die Aufnahmen dürften mit Oktober 1941 datieren, da in diesem Monat die 1. Gebirgsdivision der deutschen Wehrmacht das heutige Donetsk erreichte [2].

Berührend sind die Bilder der kohlesuchenden Bevölkerung. Das Foto #502 ist beschriftet mit: „Zivilisten suchen in Schutt nach Kohlestückchen.“ Freilich ist nicht tradiert, ob die „Kohlestückchen“ von der deutschen Wehrmacht eingefordert wurden.

schlot.at möchte an dieser Stelle gegen bewaffnetete Konflikte jeglicher Art auftreten.

Quellen:

[1]…10 teils unscharfe Kontaktkopien (Nr. 497-506), mit Bleistift deutsch beschriftet wie angegeben. Eigentum schlot.at-Archiv (11/2015)

[2]…1. Gebirgsdivision auf wiki, abgefragt am 03.11.2015

INT | Unbekannte Fabrik, ?Zwangsarbeiter | ?Forced labourors in front of an unknown factory

Foto 80×53 mm (Agfa Lupex) aus dem 2. Weltkrieg, ohne weitere Beschriftung. Möglichweise in Osteuropa. Wer kennt Personen oder die Fabrik im Hintergrund? Besserer Scan möglich.

This photo was taken during world war II, probably in Eastern Europe. If you have any informations about the persons or the buildings shown on the slide, please don’t hesitate to contact us. Need a better scan? Just let us know. Size 80×53 mm, paper: Agfa Lupex

Laufendes Industriegeschichte – Projekt | Steyr Waffenrad – Datierung

schlot.at bietet ab sofort eine Datierungshilfe für Ihr altes Steyr Waffenrad an. Sie haben ein richtig altes echtes Waffenrad mit Holzgriffen oder viel Rost und wollen wissen, wie alt das Rad ist und wo es gebaut wurde? Hat es vielleicht solch einen Metallschriftzug oder diesen Schriftzug als Aufkleber am oberen Rahmenrohr?

Kein Problem:  Seit meiner Publikation:

Markus Mráz: Zur Erkennung und Datierung von Steyr-Waffenrädern von 1918 bis 1940. In: Der Knochenschüttler: Zeitschrift für Liebhaber historischer Fahrräder und Hilfsmotoren. – Leipzig: Maxime Verlag – Bd. 39 (2007), S. 8-12; ISSN 1430-2543

hat sich der Bestand meiner Rahmennummernsammlung bis 1942 deutlich erweitert und ich sehe mich in gewissen Zeitbereichen in der Lage, über Interpolation von Rahmennummern zum Baujahr des zu beforschenden Steyr Waffenrades zu gelangen.

Ferner habe ich selbst mehrere weitere valide Datierungskriterien entwickelt und kann daher auch Aussagen über Fahrräder treffen, die in schlechtem Originalzustand vorliegen (falsche Felgen etc, Fehlen der Freilaufnabe etc.) .

Gerne erarbeite ich mit Ihnen persönlich im Mailkontakt eine möglichst genaue Datierung Ihres alten Steyr-Waffenrades und berate Sie in puncto Wert des Rades und allfälliger nötiger Renovierungsschritte oder -strategien.

Senden Sie mir Ihre Anfrage, am besten mit Foto des Rades von links und Mitteilung der Rahmennummer. Die Rahmennummer finden Sie bei den hier behandelten Rädern links an der Sattelmuffe – siehe Foto – oder bei älteren Damenrädern am Oberende des Sattelrohres (Vorderseite, siehe ebenfalls Foto).

Freundliche Grüße

Markus Mráz

AT | 1030 Wien | Flakturm – Bunker – Heizungsanlage

RudolfAuangerPrivatarchiv_Dannebergplatz_Schlot
Quelle: Rudolf Auanger Privatarchiv

Wohl einer der zeitgeschichtlich interessantesten Schlote in Wien und ganz Österreich: Dieser Kamin gehört zur Heizungsanlage der Bunker unter den Flaktürmen im Arenbergpark. Danke für diese Mitteilung an Hrn. Hauer, Bezirksmuseum Wien III. (Email vom 18.10.2010). Schlot am besten einsehbar zwischen Dannebergplatz und Flakturm Ost. Foto MM (2010).

Mehr Infos über die eigentlichen Flaktürme in Wien und im Arenbergpark:

airpower.at

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wiki

schlot_map (bei Google Maps)