INT | Arbeiterportrait VIII | Dreschmaschine/Dampfmaschine

DE_Siegen-Dreschmaschine-Dampfmaschine-Weller

Repro eines bemerkenswerten großformatigen Glasplattennegatives von Peter Weller um 1900 [1].

Die Aufnahme zeigt Drescharbeiten nach einer Getreideernte. Die Dreschmaschine ist über einen Lederriemen mit einer mobilen Dampfmaschine verbunden. Die Arbeit war ganz offensichtlich ein Spektakel für die Ortsbevölkerung.

Quelle:

[1]…Foto 165 x 125 mm im Eigentum des schlot.at-Archives.

AT | 1090 Wien | K.K. Gewerbeförderungsamt / Glühbirnenfabrik WATT

Der Gebäudeblock 1090 Wien, Eisengasse/Michelbeuerngasse/Prechtlgasse/Severingasse hat eine bewegte Geschichte.

Um 1890 konzipierten die Architekten Fellmer und Helmer das in seinen Grundzügen noch immer vorhandene Gebäude; Auftraggeber war der englische Glühlampenhersteller Anglo American Brush-Light Corporation ltd mit Sitz in London. Im Gebäude wurden neben Glühlampen auch andere elektrische Bauteile für Beleuchtungskörper hergestellt [1].

Noch vor 1900 übernahmen die Siemens-Schuckert-Werke den Betrieb, dessen Gebäude 1899 für die Einrichtung des Technischen Dienstes zur Förderung des österreichischen Kleingewerbes am technologischen Gewerbemuseum (ab 1908  k.k. Gewerbeförderungsamt) angekauft wurden. Im Gebäude war eine Reihe von Musterbetrieben angesiedelt. Die ursprüngliche Glühlampenproduktion wurde bis 1924 von der siemenseigenen Tochterfirma Elektrische Glühlampen Fabrik „Watt“ AG fortgeführt[1].

1925 war an der Adresse Severingasse 9 noch das Lampenlager und das Büro der Inlandsabteilung der „WATT“ AG untergebracht [2].

In den 1930er Jahren wurde der Gebäudekomplex mit „Österreichisches Gewerbeförderungsamt“ bezeichnet [3].

1956 bis 1963 wurde der Gebäudekomplex vom WIFI an die Kammer der gewerblichen Wirtschaft vermietet. 1963-1982 wurden die Gebäude vom TGM genutzt. 1982 wurde im Zuge der Fernheizungsinstallation der alte Fabriksschornstein abgetragen. Seit 1984 ist im Komplex das Institut für medizinische Psychologie der Universität Wien, seit 1985 die HLMW9 untergebracht [1].

K.K. Gewerbeförderungsamt mit Kamin der Glühlampenfanrik
K.K. Gewerbeförderungsamt mit Kamin der Glühlampenfabrik

 

Das Foto [4] zeigt den Gebäudekomplex in der Zeit zwischen 1908 und 1919, Ansicht Ecke Eisengasse/Severingasse. Gut erkennbar ist neben Fassadendetails auch die außergewöhnlich geschmückte Krone des Kamins. Es bestanden ein Drahtgitter zum Schutz der Rauchaustrittsöffnung sowie zwei aufwendige Kandelaber (Details nicht auszumachen). Eine Montage von Glühbirnen auf die Kandelaber wäre für  repräsentative Zwecke der Glühlampenfabrik  durchaus vorstellbar gewesen.

Details am Kaminabschluß: Käfig und Kandelaber
Details am Kaminabschluß: Käfig und Kandelaber

Quellen:

[1]…Geschichte der HLMW9 auf wikipedia, 27.07.2012

[2]… Compass Verlag (1925): Industrie-Compass Band I Österreich, 1925/26. Wien. 1113

[3]…Kartographisches, früher miltärgeographisches Institut in Wien (um 1933): Plan des IX. Wiener Gemeindebezirkes ALSERGRUND, Maßstab 1:10.000

[4]…Foto K.K. Gewerbeförderungs-Amt (247 x 184 mm), Eigentum schlot-Archiv

CZ | Erste Brünner Maschinenfabriks AG | Dampfkessel

2 zusammengehörige Werksfotos, Standort und Aufnahmedatum unbekannt. Vermutlich Österreich um 1900. Die abgebildeten mwhe als mannshohen Transmissionsantriebe und die im Nebenraum (Kesselhaus) lauernden Dampfkessel sind eindrucksvoll.

Die Dampfmaschine bzw. die Wasserrohrkessel nach Patent Babcook-Wilcox stammen von der Ersten Brünnen Maschinenfabriks-Actiengesellschaft – damals ein Global Player auf dem Maschinenmarkt – und stammen gemäß dem schlecht lesbaren Typenschild aus 1894. Erzeugt wurden sie ab 1890 [1]

Fotos 230x180mm bzw. 370x280mm im eigentum des Schlot-Archives.

Chronik der Fabrik hier online.

[1] Sehr tolle detaillierte Dampfmaschinenhersteller – Chronik des Betriebes hier.