CZ | Ústí nad Labem / Neštěmice | Neštěmické Solvayovi závody | Solvay-Werke Nestomitz

Echtfoto-Postkarte, wohl aus den 1920er Jahren [1] mit Blick auf die Solvay-Werke bei Ústí nad Labem / Neštěmice oder Aussig an der Elbe / Nestomitz.

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Solvay-Werke um 1925 mit Hafenanlagen an der Elbe [1]

Eine tschechische Website [2] gibt zur Betriebsgeschichte Folgendes zur Auskunft [3]:

  • Standort einer der Sodaprodukte-Fabriken von Ernest Solvay, Begründer des Solvay-Verfahrens zur Darstellung von Soda
  • 1908 erste Produktion am Standort
  • 1923 Streiks aufgrund der Wirtschaftskrise
  • Bis zu 70.000 Jahrestonnen Sodaprodukte vor dem 2. Weltkrieg
  • WK II: Einsatz italienischer Kriegsgefangener
  • 1945 Verstaatlichung
  • 1983: 120.000 Jahrestonnen Sodaprodukte.
  • Neben Waschsoda wurden Chromsalz, Calciumchlorid, Ammoniumchlorid, Streusalz und Beizen für Holz produziert.
  • Zur Blüte hatte die Anlage 38 Hektar Größe, ca. 1.100 Beschäftigte und einen Binnenhafen an der Elbe. Der Wassserverbrauch entsprach zur Blütezeit einer Stadt mit etwa 250.000 Einwohnern

Eigene Kalksteinbrüche und Kalköfen wurden für die Soda-Erzeugung nach dem Solvay-Verfahren betrieben [4]. Die heutige Nachfolgegesellschaft TONASO betreibt einen 120 m hohen Kamin [5].

Quellen:

[1]…AK Nestomitz, Verlag H. Reinisch Aussig, Kontaktkopie auf AKTINOSA-Papier, 137×85 mm, Eigentum schlot.at-Archiv.

[2]…www.nestemice.cz, abgefragt am 15.11.2015

[3]…Google Translator, 15.11.2015

[4]…Solvay’sche Kalksteinbrüche, pdf, abgefragt am 15.11.2015

[5]…Tonaso, abgefragt am 15.11.2015

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AT | 1230 Wien | Rodauner Zementwerke | 1896-2013

Fotodokumentation der bereits abgerissenen Rodauner Zementwerke am Stadtrand von Wien.

Das Technische Museum Wien vermerkt zu den Werken Folgendes [1]:

„1896 entstand am südlichen Rand von Wien eine kleine Fabrik zur Produktion von Portlandzement. Das Zementwerk wurde zur Herstellung von gebranntem Kalk für die emporstrebende Stadt auf einem Gelände aus Kalkstein errichtet. 1908 erfolgte die Übernahme durch die „Königshofer Cementfabrik AG“ aus Böhmen. Das Zementwerk wurde vergrößert, weitere Brennöfen erbaut und die Fabrik zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region.

Im Ersten Weltkrieg mussten viele Zementwerke wegen Kohlenmangels eingestellt werden. Nach 1918 erfolgte die Umwandlung in die „Rodauner Cementfabriks Aktiengesellschaft“. Zur besseren Nutzung der umliegenden Kalksteinvorkommen wurde das Werk um 1928 erweitert. Die einzelnen Steinbrüche wurden mit einer Seilbahn verbunden und ein großer Drehofen errichtet. 1940 übernahm die Perlmooser AG die Fabrik. Im Zuge des Wirtschaftsaufschwunges und Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk vergrößert und weiter ausgebaut. 1995 kaufte die französische Firma Lafarge das Werk. Das bedeutete 1996 die Schließung und damit das Ende der Zementproduktion in Rodaun.“

Ein Video mit historischen Filmsequenzen von Daniela Ferrari findet sich auf youtube.

Ein Sprengvideo von Daniela Ferrari ist ebenfalls auf youtube zu sehen.

schlot.at gedenkt der ehemaligen Industriestätte mit eigenen Fotos aus 2011 [2].

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Quelle:

[1]…TMW – Rodauner Zementwerke, abgefragt am 21.03.2014

[2]…Fotos MM (2011)

HR | PU | Pula | Kalkwerk


Schön rostig und vermutlich stillgelegt zeigt sich dieses Kalkwerk oder dessen Südteil im Norden von Pula.

Fotos MM (2011).

Verortung folgt.

A | St | LE | ehem. Ledergerberei Kohmayr, ca.1945

Zwei historische Ansichten der oben angegebenen Fabrik in Leoben/Waasen.

Stand 1959: Ledergerberei Dr. Anton Kohmayr, Vordernberger Str. 4, Leoben. Ledergerberei, Lohwerk (1893  gegründet). Quelle: Industrie-Compass Österreich 1959, Compass-Verlag.S1239

Stand 1925: Josef Kohmayr, vormals Wolfbauer &Kohmayr, Ledergerberei. 10 Arbeiter. Quelle: Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Compass-Verlag. S1275

Danke an Fr. Mag. Susanne Leitner-Böchzelt von der Kunsthalle Leoben und Josef Hammerle für die Zuordnung der Fotos zum Standort. An der gegebenen Stelle findet sich nach Angaben von Mag. Susanne Leitner-Böchzelt heute ein Penny-Markt.

Portrait-Foto auf Gevaert-Ridax (ca. 1945) 80×51 mm und Überblicksfoto (Papier unbekannt, 133×83 mm) im Eigentum schlot_archiv (2010).

schlot_map (bei Google Maps)

AT | Unbekannte Pappenfabrik 1908

Foto einer vermutlich österreichischen (Zell?)…stoff- und Pappenfabrik  im kalk-(vor)-alpinen Gelände. Who has a clue where this scene’s playing? Auffällig sind die schroffen felsigen Partien im Vordergrund. Vielleicht kennt ein Kletterer diese Gegend. Das Foto ist aus ca.  1908, wenn man einer kleinen Glasätzung am Negativ glauben darf, mißt 132x87mm und ist im Eigentum schlot_archiv.

RO | Sägewerk Brezoi| România 1918

romania_1918

Ein unheimliches Foto aus den Südkarpaten, Stadt Brezoi, Kreis Vâlcea (Kennzeichen VL).  Mind the gloomy eyes of a hardly visible man in the right (not left!) foreground. Maybe some kind of dracul.

Diese Aufnahme, datiert von einem k.u.k. Zugsführer Josef Kemether mit „Rumänien 1918“, wurde durch E.B. und die couch surfing-Gruppe richtig verortet. Besten Dank dafür. Das Sägewerk bestand nach dieser Quelle bis ca. 1990, war das größte in Rumänien (und RO ist ein waldreiches Land…) und liegt nun brach.

Foto 138x90mm im Eigentum schlot-archiv.

schlot_map (bei Google Maps)

FIU | HR | Rijeka | Fiume | Sušak 1925

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Sehr seltene und nicht nur aufgrund der gezeigten Industrie interessante Postkarte aus dem heute kroatischen Rijeka der 1920er Jahre. Rijeka war damals eine geteilte Stadt, wie auch aus der Grenzeinzeichnung auf der Postkarte hervorgeht. Das Gebiet westlich des Flusses Recina | Fiumara war italienisch und wurde als Fiume bezeichnet, der Ostteil wurde 1924 unter dem Namen Sušak dem Königreich Jugoslawien (SHS, Kraljevina Srba, Hrvata i Slovenaca) zugesprochen. Bemerkenswert die Industrie auf beiden Seiten des Flusses.  Postkarte o.J., ohne Beschriftung im Bestand des schlot-Archives.

schlot_map (bei Google Maps) – verlinkt wird neutralerweise auf die Mitte der Eisenbahnbrücke (Blickrichtung auf der Karte Richtung Norden).

Link zur Stadtgeschichte Rijekas hier.

Link zur Geschichte des unabhänigigen Freistaates Fiume hier.

Link zur Geschichte der SHS hier.

IN | 20km südlich Cochin/Kochi – Kalkbrennerei

Hofrat Hetzendorfer, der geniale Tropenforscher, besichtigte in alter kolonialer Manier eine seiner bescheidenen Latifundien – eine Kalkbrennerei. Da er zufrieden mit dem Arbeitsfortschritt der Inder war, nickte er gütig und widmete er sich dankenswerterweise einmal mehr der Schlot-Fotographie. Und die ist wirklich gelungen. Sollte er jemals aus dem fernen Osten zurückkommen, werden wir ihm eine Ehrennadel piercen.

Man beachte die Mischbauweise dieses statisch gewagten Schlotes: Rechteckige Ziegelbauweise mit Betonskelett, oben der rote Ziegelabschluß, aus dem noch ein Rohr ragt – die Drei-Element-Bauweise überzeugt. Erinnert von der Form her etwas an die Knickpyramide von Snofru.

Ferner finden Aasgeier auf den verkreuzten Stahlbetonträgern neben der Schlotkrone genügend Platz, um die Gegend nach müden Arbeitern zu scannen. Bitte das schmale Riesenbild ansehen, es lohnt sich.
Einzigartig. Danke vielmals an R.H. Um die Lokation der Kalkbrennerei zu klären, bitte ich den Reisenden, hier zu posten.

img_9970klein.jpg schlot_frei.jpg