DE | MA | Rheinische Porzellanfabrik Mannheim | 1918-19

Dieses Großformat [1] hat am 22.04.2016 den Weg in unser Archiv gefunden.

Es zeigt die Rheinische Porzellanfabrik Mannheim hinter einer Bahntrasse, in der Nähe befindet sich eine Art Villa in Fachwerksbauweise, wie sie beispielsweise im nördlichen Bayern oder in Franken typisch ist.

Das wahrlich Interessante an dem möglicherweise zeitgeschichtlich bedeutenden Foto ist eine Versammlung von Soldaten um einen sprechenden Militär.

Seitens schlot.at wurde diesbezüglich eine Erkenntnis-Anfrage an  Dr. Thomas Weißbrich, Fachbereichsleiter Militaria des Deutschen Historischen Museums Berlin, gerichtet. Er antwortete uns am 12.05.2016 wie folgt [2]:

[…] Das Foto dürfte aus der Revolutionszeit 1918/1919 stammen, auf der Versammlung mischen sich Offiziere und Mannschaften verschiedener Truppenteile (in Infanterie- und Kavallerieuniformen der sich auflösenden oder aufgelösten deutschen Armee des Kaiserreichs) sowie zivile Teilnehmer, Waffen scheinen nicht getragen zu werden, dafür Tornister und anderes Gepäck. Um den roten Frontkämpferbund kann es sich nicht handeln, er wurde erst 1924 gegründet. Denkbar wäre, dass es sich um eine Veranstaltung eines (sozialdemokratischen) Arbeiter- und Soldatenrates oder um eine linksradikale Kampfgruppe wie den Roten Soldatenbund handelt, 1918/1919 gab es diverse lokale Organisationen. Auf der Gegenseite waren hingegen zahlreiche Freikorps aktiv.

Zur Identifizierung nutzten diese Einheiten zumeist Armbinden, Ärmelstreifen und Ärmelabzeichen, ansonsten trugen die Angehörigen ihre bisherigen Uniformen weiter. Die auf Ihrem Foto abgebildete Kennzeichnung durch zwei Balkenstreifen ist mir bislang unbekannt, jedoch bin ich auch kein Experte für die zumeist improvisierten Abzeichen der temporär existierenden und kleidungsmäßig oft sehr „bunt“ aussehenden Gruppen […]

Wir bedanken uns bei Dr. Th. Weißbrich für die vorliegende Auskunft und ersuchen die geschätzte Leserschaft um zweckdienliche Hinweise betreffend Fotodetails wie die beiden parallel verlaufenden weißen Abzeichen an vielen Uniformen bzw. den Ort der vorliegenden Aufnahme.

Anmerkung: Klärung des Standortes durch User von Quelle [3] am 04.08.2016!

Quellen:

[1]… Albumin-Foto 227×163 mm, Eigentum schlot.at-Archiv (2016)

[2]…Email Dr. Thomas Weißbrich, Fachbereichsleiter Militaria des Deutschen Historischen Museums Berlin vom 12.05.2016

[3]…unterirdisch-forum.de, 04.08.2016, Verlinkung auf [4]

[4]…Rheinische Porzellanfabrik Mannheim auf wiki mit fast identem Foto um 1919, 04.08.2016

DE | LDK | Aßlar | Asslarer Hütte, um 1910

Aus Aßlar liegt dem schlot-Team eine Glasplatte mit altem Schrägluftbild vor.

Laut einem unserer User – siehe Kommentar – zeigt das Bild die Asslarer Hütte, im 16. Jahrhundert gegründet als Hammer, anschließend Gießerei für Ofenplatten und Kanonen . Ab dem 18. Jahrhundert insbesondere Drahtzieherei.

Zur neueren Geschichte siehe:
http://www.bedea.com/index.php/de/unternehmen/historie

 

DE | UE | Uelzen | Asbest- und Kieselgurwerke Kliefoth & Co KG

Luftbildaufnahme der 1878 gegründeten [1] Asbest- und Kieselgurwerke Uelzen (Kliefoth & Co KG) [5]. Das Foto (128x86mm, Eigentum schlot_archiv) wird auf ca. 1940-50 geschätzt.

Seit 06.08.1986 ist das Werk als Asbest- und Kieselgurwerke Kliefoth GmbH & Co. KG verzeichnet [2]. Die Fabrik hatte ab 1926 eine eigene Werksbahn, eine Diesellok ist in einem deutschen Museum erhalten [3]. Es existiert ein Werksfoto mit Diesellok vom September 1981 [4].
Bemerkenswert betreffend unser obiges Foto ist der Vermerk des Baujahres auf dem höchsten der drei Schlote: „[1]917“.

Gut erkennbar sind die Werkshallen und die Werksgleise, ebenso mit Flugdach gegen Regen gesichertes weißes Schüttgut (?Asbest) im linken Bildbereich neben dem Werksgleis (über mittlerer Schlotkrone!). Dunkles Schüttgut (?Kieselgur) im rechten Vordergrund knapp innerhalb der Werksgrenze bei durchbrochener Betonmauer. Es dürfte sich bei dem Foto um eine Aufnahme von Osten her handeln (Schatten nach rechts-also Sonne im Süden). Im Bildvordergrund ist offenbar der Abfall des Geländes zum Bahnhof Uelzen hin zu erkennen. Im rechten Bildvordergrund könnte ein Teil des dort bogenförmig angelegten Lokschuppens erkennbar sein. Das mutmaßliche Gelände erscheint am aktuellen Luftbild als Brachfläche – der Lokschuppen besteht offenbar noch, siehe hier.

Das Werk selbst wurde vor Längerem abgetragen [5]. 2010 ist die Fabrik nachweislich geschlossen [6]. Allgemeine Infos über den Werkstoff Asbest unter [7].

E P I L O G : Bitte merken: Asbest ist lungenwegsam und daher unter Umständen gefährlich – jedoch NICHT giftig, wie uns diverse Medien wiederholt suggerieren. Oder halten Sie Pfeil und Bogen etwa auch für giftig?

]1] uelzen.de  –  04.06.2011
[2] genios.de  –  04.06.2011
[3] merte.de  –  04.06.2011
[4] kdtroeger.de  –  04.06.2011
[5] Freundliche Mitteilung Feuerwehr Uelzen [Sven Beuker], 06.06.2011
[6] az-online.de  –  04.06.2011
[7] wiki-Asbest für Dummies  –  04.06.2011

DE | Unbekannte Fabrik, Bayern/Franken

Undatierte Foto-Postkarte, vermutlich mit deutschem Motiv. Fachwerkhäuser wie hier zu sehen sind dem schlot_team aus Nordbayern und Südfranken bekannt. Wer weiß mehr? Wer kann die Aufnahme zuordnen und sich am Gelände, an der langgestreckten Fabrik, der Architektur und an dem Flüßchen vor der Fabrik orientieren? Bitte um qualifizierte Kommentare.

AT | 1210 Wien | ÖBB HW Floridsdorf – Krankenhaus Wien Nord

Schlot am Areal der ehemaligen Hauptwerkstätte Floridsdorf – vor, während und nach der Sprengung. Gut zu erkennen ist auf den älteren Fotos das hinter dem Schornstein befindliche Kesselhaus. Der Kamin erfuhr bis 2010 eine Nachnutzung als kegelstumpfförmiger Handy- bzw. Funkmast. Im Zuge der Abbruchfotodokumentation von CS+MM 2011 war er das erste Mal seit Langem wieder in voller Würde zu sehen: Kabellos.

Mit dem Beschluß, am Areal ein neues Krankenhaus „Wien Nord“ zu errichten, wurde der Standort der ÖBB Technische Services anno 2010 stillgelegt und verlagert.

Abgetragen wurde der ca. 43m hohe Kamin am 04.05.2011 gegen 10:45 durch Pioniere des Militärkommando Wien unter Oberstleutnant Walter Voglauer [1]. Es wurden 270 Bohrlöcher mit insgesamt 10kg Sprengstoff gefüllt. Die Kollapssprengung (in-sich-zusammenstürzen) ist schwierig und daher selten. Hier perfekt gelungen [2].

Vielen Dank an Dipl.Ing. K.R. aus Wien für die Überlassung von vier Fotos aus 2007. Abbruchfotos vom Jänner 2011, Schlot-Team. Sprengfotos MM (04.05.2011).

Vielen Dank an M. Haller für die Leihkamera, D. Ulbricht und G. Körner für Organisatorisches und Informationen.

[1]…43 Meter hoher Rauchfang gesprengt, ORF Wien

[2]…Bundesheer-Video, 07.05.2011


Sprengung des Schornsteins, 4.5.2011


Alter Werksplan


Bestand Jänner 2011


2007


Slideshow aller Fotos

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Kartenansicht: schlot_map (bei Google Maps)