DE | BBG | Schornsteinbau EBELING | 1891

Annonce [1] anno 1892 eines 2017 nicht mehr bestehenden sächsischen Schornsteinherstellers und -sanierers, nämlich der Gebrüder EBELING in Bernburg/Anhalt . Glaubt man dem Inserat, so konnte der „Schornsteinkünstler“ „Reparaturen jeder gefährlichsten Art, als: Einbinden, Höherbauen, Geraderichten, Ausfugen, Ausbessern, Abtragen oder Umwerfen etc. bei Besteigung von aussen mit Kunstgerüst fachgemäss, schnell und billigst während des Betriebes“ bewerkstelligen.

Wie in vielen Annoncen dieser Zeit wird geradezu Unmögliches beworben. Wie das Umwerfen eines Kamines bei Besteigung mit Kunstgerüst von außen bei laufendem Betrieb funktionieren soll, fragt sich der Autor dieser Zeilen – und wohl auch die beiden armen Figuren in der Annonce. „Fachgemäss“ und „schnell“ sowie „Fachgemäß“ und „billigst“ schließen sich nach bisheriger Lebenserfahrung der hier schreibenden Redakteure ebenfalls aus.

Eine Nachfrage beim Hersteller muss unterbleiben, existiert doch kein Schornsteinbauer-Unternehmen dieses Namens mehr [2].

Quellen:

[1]…Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 40. Jg. 1892, Verlag der Manz’schen k.u.k. Hof-Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien. S 254e, schlot.at freundlich zugeeignet von Mag.theol. Rochus HETZENDORFER (2016)

[2]…google.com, 05.02.2017

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AT | 1230 Wien | Klavierfabrik Pattart

Im Bereich Endresstraße 18, 1230 Wien, befindet sich die ehemalige Klavierfabrik Pattart bzw. Luner [1]. Fotos schlot.at (2009). Es besteht Denkmalschutz für das Areal [1].

Dort ist vermerkt:

Endresstraße 18: Ehem. Klavierfabrik, Parttart steht per Bescheid unter Denkmalschutz (§3) und wurde vom Baumeister Josef Schneider errichtet: „Die charakteristische Anlage aus der Jahrhundertwende besteht aus vier Teilen: dem Wohnhaus, 1892 (…), und dem Fabrikationstrakt im Hof, dem an der Straßenfront anschließenden Repräsentationstrakt mit dem ‚Claviersalon‘ (für Konzerte und Ausstellungsraum für 150 Klaviere), schließlich der Verlängerung des Fabriksgebäudes und der Errichtung eines Kesselhauses, 1901.“ (Zitat Achleitner). Gemäß Wertanalyse Wehdorn/Georgeacopol im Buch „Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich“ ist die Klavierfabrik „eine stadttypische Industrieanlage mit hohen geschichtlichen und baukünstlerischen Werten“.
Es wird vorgeschlagen die Schutzzone um die hinteren Fabrikstrakte der ehem. Klavierfabrik Parttart (später Luner) zu erweitern, da diese auch noch weitgehend original erhalten sind und einen wichtigen Teil der gesamten Anlage bilden (und vermutlich auch als Gesamtes unter Denkmalschutz stehen, da auf Grundstücksnummer 731/8 liegend). Um den Erhalt zu sichern wird empfohlen die Gebäude bestandsgenau sowohl bezüglich der Höhenentwicklung, als auch hinsichtlich der bebaubaren Fläche zu widmen (im aktuellen Planentwurf keineswegs der Fall).

[1]…Initiative Denkmalschutz, 16.07.2016

RA | M | Guaymallén | El Sauce | Weingut | 1905 | Arbeiterportrait XIII

Kontaktabzug [1] einer großformatigen Glasplatte aus Argentinen, ca. 1905. Das Foto zeigt Erdarbeiten in einem Weingut der nördlichen Provinz Mendoza, Department Guaymallén, Distrikt El Sauce.

Zu sehen sind neben großen Weinfässern Lorengleise, Arbeiter und zeitgenössisches Werkzeug. Ein interessanter Baustellen-Einblick ins Argentinien der Jahrhundertwende.

P.S. Jeder, der was auf sich hält, trägt eine Kopfbedeckung.

ARG_Mendoza-El-Sauce_mod_3000

Quelle:

[1]…Albumin-Kontaktkopie 234 x 170 mm von Augusto Streicher, Mendoza, kaschiert auf Karton. Eigentum schlot.at-Archiv

DE | AC | Eschweiler | Concordiahütte | 1927

DE_Eschweiler_Concordiahuette_Roheisenwerke_des_EBV_vom_Prebsteiner_Waeldchen_31_07_1927_kl

Concordiahuette vom Prebsteiner Wäldchen aus gesehen

DE_Eschweiler_Concordiahuette_002_kl

Concordiahütte, im Vordergrund Bahnstrecke nach Aachen

schlot.at hat zwei Amateurfotos [1] von den Roheisenwerken Concordia-Hütte in Eschweiler erworben. Es wurde von 1856-1940 Roheisen erzeugt [2].

Quellen:

[1]…Zwei Amateur-Kontaktkopien aus Nachlass, rückseitig datiert mit 31.07.1927, Eigentum Archiv schlot.at

[2]…www.eisenbahn-stolberg.de, abgefragt am 17.06.2015

AT | BR | Fillmannsbach | ehem. Brauerei König

Die heute verfallende Brauerei in Fillmannsbach wurde ab 1921 von der Familie König geleitet [1]. Gründungsjahr des Unternehmens ist 1848 [2].

1923/24 erzeugte die Dampfbrauerei von Franz-Josef und Katharina König 4.475 hl Bier [3].

1956/57 wurden mit ca. 40 Arbeitern und 60 PS Elektro- und Dampfkraft 5.000 hl Bier produziert. Das Unternehmen firmierte damals als „F.J. König, Brauerei und Gutsbesitzung Fillmannsbach“ [2].

1970 wurde die mittlerweile unter Denkmalschutz stehende [4] Brauerei geschlossen [1].

Danke für die Fotos des eingehüllten Kamins und den Hinweis auf das Brauhaus an Andrea-Patrizia Bauchinger.

 

Quellen:

[1]…Erhaltene Brauhäuser in Österreich, 07.06.2012

[2]…Compass Verlag (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. Wien. 1713

[3]…Compass Verlag (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien. 832

[4]…Wiki Denkmalschutzliste , 07.06.2012

AT | S | Salzburg | „Union“ Margarinewerk Salzburg Ges.m.b.H.“

Foto der denkmalgeschützten [1] ehemaligen Konsum-Unionwerke Salzburg. Danke an Andrea-Patrizia Bauchinger für die Überlassung des Fotos (Frühsommer 2012) und den Hinweis auf die Baulichkeit.

Die „Union“ Margarinewerk Salzburg Ges.m.b.H.“, Standort Fanny-von-Lehnert-Straße 4 (heute 4-6)  wurde 1954 gegründet [2] und ging aus den früheren Union Lebensmittelwerken hervor [3].

1937 wurde von der Schließung der Fleischhauerei- und Konservenabteilung berichtet [3].

Das Unternehmen verfügte 1959 über einen 20 PS-Elektromotor. Am Standort wurden anno 1959 noch Margarineschmalz und Kunstspeisefett erzeugt [2].

Die Google Maps-Koordinaten (Länge und Breite) des etwas schwer zu ortenden Kamins sind: 47.815565, 13.044453

Quellen:

[1]…salzburgwiki, 01.06.2012

[2]…Compass Verlag (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. Wien. 1701

[3]…Die Stadt Salzburg 1938, 01.06.2012

AT | 1190 Wien | Papierfabrik Schnabl/Samum

Die chemische Produkten- und Zigarettenpapiererzeugung Jacob  Schnabl& Co. wurde 1859 gegründet [1].

Die Fabrik erzeugte und vertrieb vorerst Tinte, Schuhwichse und Nachtlichter und nahm bald die Produktion von Zigarettenpapierhülsen und – bücheln auf. 1869 wurde ein Haus in Wien-Wieden (4. Bezirk) als Produktionsstätte ausgewählt. 1880 wurde zur Qualitätssteigerung die Papierstreicherei aufgenommen. Um 1890, als die Fabrik bereits an die 500 Arbeiter beschäftigte, wurde  das Werksgelände auf das Nachbarhaus in Wien IV ausgedehnt. Um 1900 wurden ca. 700 Arbeiter beschäftigt. Nach der Zerstörung beider Fabriksgebäude durch Feuer im Oktober 1907 wurde der Neubau einer modernen Fabrik in Wien XIX beschlossen. 1909 wurde am Standort Döbling, Kreilplatz 1, mit etwa 1000 Arbeitern die Produktion unter der Leitung von Josef Schnabl (Sohn des Jacob Schnabl) aufgenommen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Produktpalette auf  Servietten und Toilettenpapiere erweitert. [2]

Die Chromo- und  Buntpapierproduktion wurde ab der Zwischenkriegszeit forciert, wobei diese spätestens ab 1946 nach Breitenau am Steinfeld, Bezirk Neunkirchen, ausgelagert wurde [3].

Der Firmenname „Samum Vereinigte Papierindustrie KG“ wurde erst mit Übernahme des Werkes durch die Creditanstalt nach Machtübernahme Hitlers in Österreich eingeführt [2].

1959 wurden folgende Produkte hergestellt: Bunt- und Chromopapiere (Breitenau), Zigarettenpapier und -hülsen der Marken „Samum“ und „Awafi“, Photopapiere „Austron“. [4]

Eine Festschrift zum 100jährigen Firmenjubiläum wurde 1959 publiziert [2].

Das ehemalige Hauptgebäude steht heute unter Denkmalschutz [5] und wurde in den Komplex des Einkaufszentrums Q19 integriert.

Anbei eine kleine Übersicht über die Wiener Produktion:

1954: Werksansicht Döbling, Kreilplatz 1, heute Q19.

1954: Werksansicht Döbling, Kreilplatz 1, heute Q19.

1954: Fotopapiere der Sorte "Austron": Technische Eigenchaften

1954: Fotopapiere der Sorte "Austron": Technische Eigenschaften von "Bromaton", "Atelier" und "Tonsaro". Flugblatt.

1954: Herstellungsschema von Fotopapier auf Barytbasis

1954: Herstellungsschema von Fotopapier auf Barytbasis

1954: Fotopapierherstellung: Emulsions-Aufbereitung und Applikation auf Papier

1954: Fotopapierherstellung: Emulsions-Aufbereitung und Applikation auf Papier

Zigarettenhülsen "AWAFI"

Zigarettenhülsen "AWAFI"

Samum - Papers: Heftchen

Samum - Papers: Heftchen

Samum - Paper: Einzelblatt mit Wasserzeichen

Samum - Paper: Einzelblatt mit Wasserzeichen

Quellen:

[1]… COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Österreich Band I 1925/26; Wien. 910+1384

[2]…biographien.ac.at, J. Schnabl, 05.04.2012

[3]…Lehrerarbeitsgemeinschaft Neunkirchen (Hrsg, ca. 1967): Mein Heimatbezirk Neunkirchen. Heimat- und wirtschaftskundliche Arbeitsblätter des Bezirkes Neunkirchen. Franz Feilhauer OGH, Neunkirchen. 102 ff.

[4]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. Compass Verlag,  Wien. 1481

[5]…Website Schmidt Reuter, 05.04.2012

AT | L | Linz | Werft Linz, 1934

Copyright http://www.schlot.at (2012)

Schrägluftbild [0] der Werft Linz um 1934. Das Hafenbecken besteht noch fast unverändert.

Die noch bestehende Werft Linz wurde 1840 gegründet und erlangte in der Zwischenkriegsgzeit durch den Bau von „Climax“-Motoren einen hohen Bekanntheitsgrad [1].

1925 wurde im Compass [4] inseriert: „Schiffswerft Linz A.G. – Rohölmotoren für Land- und Schiffsbetrieb. Schiffe, insbesondere Motorschiffe, Flußfahrzeuge aller Art. Eiserne Behälter, Eisenkonstruktionen, genietete Rohrleitungen aller Art. Grauguß. Zentrale Wien I., Wollzeile 12.“ Im Textteil wurde das Werk Linz wie folgt dargestellt [5]: Schiffswerft, Maschinenfabrik und Gießerei in Linz (1840). 800 Arbeiter. [Ausstattung] Rohölmotoren, 1400 PS. Erzeugnisse: Fluß- und Binnenseedampfer, Tankdampfer, Motorschiffe, Motortankschiffe und Motorboote, Schleppkähne, Rettungsboote, Schwimmkrane, Rohölmotoren für stationäre Zwecke und für Schiffsantrieb, Krane, Turbinenrohre, Behälter, Eisenkonstruktionen, Grauguß […].

Im Zuge der Februarkämpfe 1934 war die Werft ein heißumkämpfter Brennpunkt, an dem sich 250 Schutzbündler und Kommunisten verteidigten [7]. Aus dieser Zeit stammt auch das vorliegende Foto [0], auf der Rückseite wie folgt beschrieben: „Austrian government again in control here – A general view of a factory section of Linz, Austria, where the Austrian government again gained full control of the city Feb.14, after some of the bloodiest fighting of the present conflict. The estimates of the dead ran from 20 to 50. In the middle background may be seen a motor factory, while beyond are the workers‘ buildings. The waters of the Danube river are in the foreground.“

Das Unternehmen wurde 1938 in die Hermann Göring-Werke eingegliedert [8]. Während des Zweiten Weltkrieges wurde u.a. ein U-Boot der deutschen Kriegsmarine teilmontiert [2].

1959 zeigte der Compass [6] ein erweitertes Produktportfolio: „Flußschiffe und kleine Seeschiffe, Schwimmbagger, Schwimmkrane, Pontons, Fähren, Schiffsdampfkessel, Schiffsaufzüge, Stahlkonstruktionen, Behälter- und Apparatebau, Brückenbau, Maschinenbau, Zementsilos, Müllwagenaufbauten (Lizenz „Haller“), Waggonreparaturen und Fahrzeugbau, Schiffsreparaturen. [Ausstattung] Zwei elektrische Schiffsaufzüge, ein 30t – Cantileverkran.“

Bis 2012 wurden fast 1.500 Schiffe unterschiedlichster Dimensionen gebaut [1]. Das erhaltene Geschäfts- und Bürogebäude wurde 1912 errichtet [3].

[0]…Luftbild 231 x 177 mm Associated Press Photo, gestempelt FEB 15 1934, Eigentum  http://www.schlot.at (2012)

[1]…Werft Linz online, 14.01.2012

[2]…U9 auf de.wikipedia.org, 14.01.2012

[3]…Linz Kultur, 14.01.2012

[4]…Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich. Compass Verlag, Wien. 608/V

[5]…Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich. Compass Verlag, Wien. 590

[6]…Industrie-Compass 1959 Österreich. Compass Verlag, Wien. 816/1

[7]…KPÖ OÖ, 14.01.2012, pdf-Seite 6

[8]…Werft Linz auf de.wikipedia.org, 14.01.2012

AT | MI | Laa an der Thaya | Städtisches Brauhaus Laa

Standort des ehemaligen städtischen Brauhauses Laa an der Thaya in der Bürgerspitalgasse 14. Die neu gedeckte Darre und ein kleiner Kamin sind erhalten. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde mehrmals umgebaut [1].

Das Braurecht wurde bis 1847 seitens der Stadt verpachtet. 1848 kaufte Anton Kühtreiber die Brauerei und das Braurecht [2].

1902 wurde das Städtische Brauhaus geschlossen, die neue Hubertusbrauerei entstand außerhalb der Stadtmauern. Am Standort Bürgerspitalgasse wurde nur noch die Mälzerei bis zu ihrer Stilllegung 1979 weiterbetrieben . Sie wurde am Beginn des 20. Jahrhunderts gewissenhaft saniert und ausgebaut. In der Zwischenkriegszeit produzierte man hier zusätzlich Malzkaffee. Heute ist die mit Blechhaube versehene Darre ein Wahrzeichen der Stadt [2].

[1] google books: Gerhard Stadler: Das industrielle Erbe Niederösterreichs, 425-427, 23.10.2011

[2] Hubertusbräu-Geschichte

Fotos MM (2011). Verortung folgt.

AT | JU | Kathal | Kathalschmiede

Erbaut um 1740 [1]
1740 Hammerwerk von Karl Grießmayer [1]
1925/26: Hammerwerk Ignatz Grießmayer (seit 1882). 8 Arbeiter, 30 Pferdestärken Energie. Jährliche Produktion: 50.000 Weingartenhauen. [2]

1965 stillgelegt [1]
Umgebaut 1977/78 [1]
Heute Garage und Lager [1]

[1] Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich: Steiermark, Kärnten
von Ute Georgeacopol-Winischofer. als Google-Book am 04.09.2011 gesehen.

[2]: Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26, Compass Verlag, Wien. 482

Fotographie: MM (2011)

Verortung folgt.