CZ | Brno | Palast für Handel und Industrie | ~ 1940

In unser Archiv haben per Juni 2018 zwei frühe Fotos des 1927-1928 errichteten Industriepalastes Brünn Einzug gefunden [1]. Da die aus dem 2. Weltkrieg stammenden Fotos mit „Prag“ benannt waren, wurde unsererseits beim Stadtarchiv Prag diesbezüglich nachgefragt.

Herr PhDr. Jiří Smrž vom o.a. Archiv wies uns auf die wahre Örtlichkeit des außergewöhnlichen Gebäudes hin, wofür ihm unser Dank gebührt [2].

Auf der sehr gut organisierten Website des BAM Brno ist zu dem Palast am Messegelände Folgendes zu lesen [3]:

„Das Gebäude des Palastes für Handel und Industrie ist ein wichtiger Bestandteil der urbanistischen Komposition des gesamten Messegeländes. Sein Grundriss in Form des Buchstabens V, der durch die Kurven der Seitenflügel durchschnitten ist, bestimmt die Richtung der zwei wichtigsten Kompositionsachsen der Verbindungswege des Geländes. Der Bau besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion mit den charakteristischen parabolischen Trägerbögen und verglasten Wänden, die eine ideale Beleuchtung der Ausstellungen mit Tageslicht ermöglichen.
Im ursprünglichen Entwurf des Architekten Kalous war eine waagrechte Balkendecke vorgesehen, die durch halbkreisförmige Bögen gestützt werden sollte. Aufgrund der zu hohen Belastung der Trägerbögen veränderte jedoch Jaroslav Valenta deren Profil, gab ihnen eine parabolische Form und ersetzte die Decke durch ein walzenförmiges mit Längsverstrebungen versehenes Gewölbe. Der Bau des Pavillons dauerte insgesamt 230 Tage und erforderte 50 Güterwagons Material. Die Ausstellungsflügel, die im repräsentativen Raum der Eingangs-Rotunde zusammenlaufen, waren ursprünglich lediglich durch Gänge mit einem überdachten Innenhof verbunden. Im Jahre 1976 wurde an deren Stelle nach Entwürfen der Architekten Ivan Ruller, Zdeňek Müller und Peter Uhlíř ein Anbau mit administrativen Räumlichkeiten errichtet, dessen Glasfassade nun die Hauptflügel des Pavillons miteinander verbindet.
In den 80er Jahren wurde eine Sanierung des gesamten Gebäudes durchgeführt. Im Zuge dessen wurden in die Ausstellungssäle Galerien und eine Heizanlage eingebaut, sodass der Betrieb auf das ganze Jahr ausgeweitet werden konnte. Zur Vervollkommnung des ganzjährigen Nutzungskomforts des gesamten Ausstellungsareals trugen auch die Passerellen von Miroslav und Dagmar Velehradský bei. Einer dieser walzenförmigen Verbindungsgänge, die auf einer Fachwerkkonstruktion angelegt wurden und von einem spiralenförmigen Mantel umgeben sind, entstand auch zwischen den Pavillons A und C. Heute ist der Pavillon immer noch in Benutzung; durch die Installation zusammengedrängter Ausstellungskojen werden seine großzügigen räumlichen Möglichkeiten jedoch nicht mehr genutzt.“

Quellen:

[1]…2 Kontaktkopien von Rollfilm 6×9 auf Agfa Lupex , Eigentum schlot.at-Archiv (2018)

[2]…Email vom 12.06.2018, PhDr. Jiří Smrž, Stadtarchiv Prag

[3]…BAM Brno, Architektonische Besonderheiten von Brünn, Industriepalast, abgefragt am 14.06.2018

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CZ | Ostrava-Přívoz | Koksovna Svoboda | WKII

Sieben Fotos [1] von einem Hüttenwerk, vermutlich in Osteuropa. Den Rückmeldungen zufolge erhärtet sich der Verdacht, dass es sich um die Kokerei Svoboda in Ostrava wöährend des 2. Weltkrieges handelt.

Erkennbar sind mächtige Kohlebunker, Kamine, große Werksgleisanlagen, Retortenöfen, ein Förderturm, viele Förderbänder, ein Wasserturm mit Stahlkonstruktion, ein Kohle- oder Schlackeberg sowie Arbeitersiedlungen.  Im Werksareal sind größere Erweiterungs- oder Wiederaufbaumaßnahmen im Gange.

Danke an alle Kommentatoren!

Quellen:

[1]…Sieben Fotos 172 x 115 mm im Eigentum Archiv schlot.at (2012)

CZ | Zábřeh | Färberei Wilhelm Brass a synové

1878 gründete der 1819 in eine deutsche Färberdynastie geborene Wilhelm Brass die Textilfärberei Wilhelm Brass und Söhne in Zábřeh [1] / damals Hohenstadt [2].

Die Fabrik  war für Jahrzehnte das größte Unternehmen der Stadt. Brass gilt als Erfinder des Farbstoffes Türkisch rot. Das Unternehmen wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrmals umstrukturiert. So zeichnete nach dem Krieg (wohl 1945) die Textilfirma UTEX Ústí nad Orlicí für die Geschäfte der Fabrik verantwortlich. 1949 wurde das Werk von VIGONA Svitavy und danach von PERLA Česká Třebová weitergeführt. Das Jahr 1989 markierte das Ende des Produktionsstandortes [3].

Die vorliegende Fotoansichtskarte – bzw. ein Ausschnitt davon- [4] zeigt das Werk mit drei bedeutenden  Kaminen (+ ein kleiner) und den klassischen mehrstöckigen Gebäuden für textilverarbeitende Betriebe um 1930-1935 [5].

Danke sehr an Karel Jedonek [3] für die Klärung des Standortes.

Quellen:

[1]…sumpersky.rej.cz, 17.10.2012

[2]…Zábřeh auf wiki, 17.10.2012

[3]…Karel Jedonek, Kurator des Stadtmuseums Zábřeh, Email vom 16.10.2012

[4]…AK JKO M 60/9 Prague II – Hohenstadt, 141 x 91 mm, gelaufen am 08.07.1937, Eigentum schlot.at-Archiv

[5]…Einschätzung schlot.at aufgrund typographischer Beschaffenheit der AK.

CZ | Dobříš | Rukavičkářské závody, 1970

AK der 1950 gegründeten staatlichen Handschuhfabrik in Dobříš, Středočeský kraj, gelaufen am 10.11.1970. Foto B. Landisch, Verlag Nakladatelství orbis, Praha. Seit ca. 1993 heißt die Firma RZ Bohemia. Verortung dorthin folgt.

AK 1970

AK 134×86.5mm im Eigentum des schlot_archives.

AT | MI | Laa an der Thaya | Hubertus Bräu

Dies ist der seit 1092 bestehende Standort der heutigen Hubertus-Brauerei in der Hubertusgasse 1, Thermen-Stadt Laa an der Thaya. 1848 erwarb Anton Kühtreiber das bis dato von der Stadt stets verpachtete Braurecht und legte somit den Grundstein für die heutige Brauerei [1]. Am Standort wird auch das Wasser der Vitus-Quelle abgefüllt [2] [3]. Der Standort verfügt über einen Schornstein. Die Mälzerei war von 1902-1979 am Standort Bürgerspitalgasse in Laa angesiedelt.

1925 wurde gemäß Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26, Compass-Verlag Wien, 834, mit 84 Arbeitern produziert. Die damals installierte Dampfmaschine leistete 150 PS. 1923/24 wurden nach derselben Quelle 31.000 hl Bier produziert. Inhaber Franz Kühtreiber.

1959 war gemäß Industrie-Compass Österreich 1959, Compass-Verlag Wien, 1714, Ing. Franz Kühtreiber Braumeister. Es wurde eine Brauerei und eine Mälzerei betrieben, in der Diastasemalz erzeugt wurde. Die Brauerei hatte 70 Arbeiter und eine Dampfmaschine mit 400 PS. Die Jahresproduktion wurde 1959 mit  60.000 hl Bier angegeben.

[1] Hubertus – Geschichte, 23.10.2011

[2] neger.at, 23.10.2011

[3] Vitus-Quelle, 23.10.2011

Fotos MM (2011). Verortung folgt.

INT | Schlackenhalde und ?Stahlwerk

Foto einer Abraumhalde, um 1940. Es dürfte sich der Form und der Struktur nach zu urteilen um eine Schlackenhalde handeln, wie sie früher in der Nähe von bedeutenden Stahlwerken und Hochöfen angelegt wurden. Im Hintergrund beeindruckt ein (mutmaßliches) Stahlwerk am Rande einer größeren Stadt, die in eine Mittelgebirgslandschaft eingebettet scheint.

Im Vordergrund finden sich bogenförmige schwarze homogene Schüttungen, die links im Bild in eine stark geböschte Schlackenhalde unterschiedlicher Körnung und Farbe übergehen. Deutlich erkennbar sind fünf teils planengedeckte LKW (vier an der Haldenbasis, einer auf der schwarzen Schüttung in Vordergrund), ein Aufseher und mehrere Arbeiter oder Soldaten in Uniform. Es dürften gerade Abladearbeiten stattfinden.Ein LKW scheint im Mittelgrund des Bildes gerade die Abladestelle zu verlassen. Die Darstellung einer Zwangsarbeitssituation kann bei diesem Foto nicht ausgeschlossen werden.

Wir ersuchen um Mithilfe bei der Klärung dieses Standortes und der abgebildeten Aktion.

Foto 86×54 mm (Photopapier nicht deklariert)  im Eigentum des Schlot.at – Archives.

CZ | Zlín | Bat’a – Werke 1940/1964

Historische Aufnahmen des wohl wichtigsten tschechischen Schuh- und auch Reifenherstellers, dessen Zlíner Werk  1894 gegründet wurde. Mehr Infos hier. Ein Jammer nur, dass im Zuge der Globalisierung die Schreibweise vereinfacht wurde. Bata statt Bat’a.

Verortung folgt.

AK von „Tisk“ Zlín, gelaufen am 22.03.1940. Fast auf den Tag genau 70 Jahre nach Online-Stellung. Foto 132x84mm im Eigentum des schlot_archives.

AK der Svit-Werke (=Bat’a-Werke in der CSSR) von 1964 (Nakladatelstvi Orbis Praha), ungelaufen, 218x104mm im Eigentum des schlot_archivs.

1210 Wien | Chemische Fabrik Posnansky & Strelitz

Dachpappen-, Holzcement-, Asphalt-, und Chemische Fabrik Posnansky & Strelitz

Zentrale Wien-Floridsdorf – Dependancen in Ostrava-Vitkovice und Budapest [1]

Bestand: 1868-nach 1959 (1959: Posnansky & Haumann) [3]; abgetragen

Adresse: Bereich 1210 Wien – Floridsdorf, Ecke Leopoldauerstraße/Siemensstraße [4]

Produkte 1909: Limmer-Natur-Asphalt, Patent-Saphalt, säurebeständiger Spezialasphalt,
„Permanit“-Dachpappe, „Gloria“-Dachpappe, Holzcement, Asphalt-Isoliermatten mit Bleieinlage, Asphalt-Isoliermatten mit Metallique-Schotter, Asphalt-Isoliermatten mit Korkbelag, Eisenlack, Carbolineum, Kieselgur-Wäremschutzmatten [1]

Produkte 1926: Asphalt-Dachpappe, Kieselgur, Wäremschutzmasse, Dachpappe,
Isoliermatten,Asphalt, Kieselgurmasse, Karbolineum, Naphthalin. Spezialität: Asphaltisoliermatten mit Bleieinlage, Permanitdachpappe (teerfrei u. geruchslos),
Gloria-Asphaltpappe, Asphaltisoliermasse „Sanit“ u. Koloritpappe (rot), Korksteinplatten. [2]

Quellen:

[1] Firmen-Briefpapier, Schreiben aus 1909

[2] Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26; Compass Verlag, S.1003

[3] Industrie-Compass Österreich 1959; Compass Verlag, S.1641

[4] Gesamtplan von Wien 1:25.000, F&B, Wien 1929

schlot_map (bei Google Maps)

CZ | Ostrava | Jáma Karolina 1914

Quelle:schlot_archiv

Szene bei der Karolina-Grube in Ostrava, Nordost-Tschechien. Diese Gegend war eine der bedeutendsten Steinkohle-Lagerstätten der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Zitat auf der Kartenrückseite:

Nák. I. Buchsbauma, knihkupce v Přívoze, 1914 čis. 81.

Links neben dem höchsten Schlot ist der Förderturm sehr gut erkennbar.