AT | 1030 Wien | Fernheizwerk Arsenal II

Derzeit (2014) ensteht im östlichen Bereich des ehemaligen Wiener Arsenals ein neues Fernheizwerk in unmittelbarer Nähe eines von uns dokumentierten Kamines [1], der zum alten Fernheizwerk Arsenal gehören dürfte [2].

Geplante Fertigstellung ist derzeit 12/2015 [3]. Nähere technische Infos liefern BGG [4] und wienenergie [5].

Auszug betreffend des neuen Kamines aus wienenergie online  [5]:

„[…] Nun wurden die Kamine für das neue Fernheizwerk aus Dänemark angeliefert und eingehoben. Dieser besteht aus drei Teilen, wobei der größte ca. 32 Meter lang und über 23 Tonnen schwer ist. […]“

Quellen:

[1]…schlot.at (CS), Kamin im Bereich Arsenal, 2007

[2]…Freytag – Berndt & Artaria KG (1972): Grosser Buchplan Wien. Berichtige Auflage 1972, 196.-250. Tausend); Eigenverlag, 46

[3]…meinbezirk.at – Fernheizwerk Arsenal, angefragt am 24.03.2014

[4]…BGG – Fernheizwerk Arsenal, abgefragt am 24.03.2014

[5]…wienenergie – Fernheizwerk Arsenal, abgefragt am 24.03.2014

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AT | 1030 Wien | Desinfektionsanstalt der Stadt Wien

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Abbruch 2013/10/29
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Abbruch 2013/10/29

Am Standort Hüttenbrennergasse 6, 1030 Wien, befindet sich die Desinfektionsanstalt der Stadt Wien, ihreszeichens Schlotstandort – vermutlich aufgrund der nötigen Dampfproduktion.

An dieser Adresse werden bei Bedarf Entlausungen durchgeführt. Am Standort arbeiteten 2007 ca. 20 Personen, zu deren Aufgaben auch Entwesungen im Bereich der Stadt Wien gehören, beispielsweise die Desinfektion von Wohnungen, in denen Faulleichen gefunden wurden oder die Beseitigung von Ungezieferbefall in Wohnungen. Im Auftrag eines Krankenhauses werden Dampfdesinfektionen von Matratzen durchgeführt – Stand 2007 [1]. Damals verfügte die Anstalt auch über eine mobile Dekontaminationseinheit, mittels derer eine Dekontamionationsstraße, wie sie für ABC-Abwehrszenarien von Bedeutung ist, errichtet und betrieben werden kann.

Zum Gebäudeaufbau wurde 2007 Folgendes konstatiert [1]:

Zitat Beginn:

„Die von der Desinfektionsanstalt genutzten Gebäude sind um einen Hof gruppiert. Auf der linken Seite  – von der Einfahrt kommend – befindet sich ein dreigeschossiger Gebäudetrakt, in dem im ersten Stock Büros und im Erdgeschoß ein permanent besetztes Dienstzimmer, eine Küche, ein Vortragsraum sowie  diverse Garderoben und Aufenthaltsräume für das Personal untergebracht sind. Im Keller des Gebäudes befindet sich eine Wärmeübernahmestation für die von der Fernwärme Wien gelieferte Wärmeenergie.
Im rückwärtig gelegenen Trakt befinden sich die Desinfektionsräume für die  Dampfdesinfektion (drei Dampfkammern) sowie eine Formaldehydkammer. Die Räume in diesem Bereich sind strikt getrennt in Räume der „reinen“ und der „unreinen“ Seite und durch die Desinfektionskammern bzw. die Formaldehydkammer miteinander verbunden. Material, das zu desinfizieren ist, wird von der „unreinen“ Seite in die Desinfektionskammern bzw. Formaldehydkammer eingebracht und nach der Behandlung von der „reinen“ Seite her entnommen. Der Dampf für die Kammern wird mittels eines öl- oder eines gasbefeuerten
Dampferzeugers hergestellt. In demselben Gebäude sind auch ein Öllagerraum sowie eine Werkstätte untergebracht. Hinter dem Gebäude ist der Aufstellungsort für das Notstromaggregat.
Im straßenseitigen bzw. im rechten Trakt befinden sich Garagen, ein Lagerraum für brennbare
Flüssigkeiten sowie diverse weitere Lagerräume.“

Zitat Ende

Aus einem gescannten Stadtplan aus 1912 [2] geht 1908 als Erbauungsjahr der ersten an der Adresse ansässigen Sanitätsstation hervor.

Die 2011 eruierbaren Öffnungszeiten sind gemäß Aushang am Eingang Hüttenbrennergasse 6:

Montag bis Freitag 7-11:30 Uhr
Jeden 1. Freitag im Monat geschlossen.

Am 29.10.2013 wurden Abbrucharbeiten am Kesselhaus festgestellt.

[1] Bericht der MA15-Kontrollamt über die Desinfektionsanastalt 2007 – 21.07.2011
[2] Kulturgut Wien- 21.07.2011

AT | 1030 Wien | Industriewerke Arsenal, 1919/20

Die Industriewerke Arsenal waren die auf Friedensproduktion umgerüsteten Werkstätten des Artillerie-Arsenals Wien. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg durften in Österreich vorerst keine militärischen Waffen mehr erzeugt werden.
Die Umstellung auf Alternativprodukte wurde von großen Teilen der Arbeiterschaft aus Angst vor weiteren Arbeitsplatzverlusten (20.000 Beschäftigte im Krieg, Reduktion auf 3.000 Arbeiter 1919) boykottiert. Die Industriewerke waren daher praktisch nicht produktiv, sondern eher Keimzelle für revolutionäre Ideen der Arbeiterschaft.

1921 wurde der Betriebskomplex in Österreichische Werke Arsenal umbenannt, ab 1922 tatsächlich Friedensartikel hergestellt – siehe letztes Bild und Detailansicht des Kanaldeckels. Nach starken Absatzschwankungen in den 1920er Jahren wurden die Werke 1934 politisch motiviert geschlossen. [1]

Das erste der beiden vorliegenden Dokumente stammt aus der schwierigen unmittelbaren Nachkriegszeit – 1919/20 – also aus der revolutionär gesinnten Zeit der Industriewerke Arsenal – siehe zwei Stempel im Dokument.

  • Ausweis der Industriewerke Arsenal (Legitimation) Nr. 4056 von Michael Barczyzyn, geboren zu Lemberg (heutige Ukraine) 1874. Ohne Datum, wohl 1919 oder 1920. [1] Er war in den Industriewerken Arsenal (zumindest offiziell) als Tischler gemeldet. Eigentum schlot_archiv.
  • Parteibuch der SDAP (Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschösterreichs) von seinem gleichnamigen Sohn, Ausstellungsdatum 04.02.1928. Die fehlenden Mitgliedsbeiträge ab 1934 sprechen eine beredte Sprache. Eigentum schlot_archiv.

[1] Quelle: wiki – Österreichische Werke Arsenal.

schlot_map (bei Google Maps)

F | Brest | Port Militaire 1931 | Usines et la grande grue

Altes Foto des Militärhafens von Brest, Departement Finistère, mit dem heute noch bestehenden großen Ladekran und jeder Menge Industrie bzw. Werftanlagen im Hintergrund. Auf den aktuellen Luftbildern der Region ist die militärische Zone völlig zensuriert oder nur verpixelt (U-Boot-Flotte!) wiedergegeben. Insofern ein spannender Einblick in den wohl wichtigsten, weil am Atlantik gelegenen französischen Kriegshafen und die Industrie im Hafen. Foto 129×75 mm im Eigentum schlot_archiv (2010).

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Voilà une ancienne photo montrant le port militaire de Brest, Département Finistère. La grande grue éxiste encore  là-bas. La photo nous semble intéressante car elle montre plusieurs bâtiments industriels dans le port auquel l’accès est interdit si l’on n‘ est pas militaire.

Kartenzitat | description: Carte postale, Éditions artistiques FT Brest, Série Hélio. Händisch datiert mit | écrite le 29.09.1931, gelaufen | envoyée le 30.09.1931.

schlot_map (bei Google Maps)