AT | L | Linz | Werft Linz, 1934

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Schrägluftbild [0] der Werft Linz um 1934. Das Hafenbecken besteht noch fast unverändert.

Die noch bestehende Werft Linz wurde 1840 gegründet und erlangte in der Zwischenkriegsgzeit durch den Bau von „Climax“-Motoren einen hohen Bekanntheitsgrad [1].

1925 wurde im Compass [4] inseriert: „Schiffswerft Linz A.G. – Rohölmotoren für Land- und Schiffsbetrieb. Schiffe, insbesondere Motorschiffe, Flußfahrzeuge aller Art. Eiserne Behälter, Eisenkonstruktionen, genietete Rohrleitungen aller Art. Grauguß. Zentrale Wien I., Wollzeile 12.“ Im Textteil wurde das Werk Linz wie folgt dargestellt [5]: Schiffswerft, Maschinenfabrik und Gießerei in Linz (1840). 800 Arbeiter. [Ausstattung] Rohölmotoren, 1400 PS. Erzeugnisse: Fluß- und Binnenseedampfer, Tankdampfer, Motorschiffe, Motortankschiffe und Motorboote, Schleppkähne, Rettungsboote, Schwimmkrane, Rohölmotoren für stationäre Zwecke und für Schiffsantrieb, Krane, Turbinenrohre, Behälter, Eisenkonstruktionen, Grauguß […].

Im Zuge der Februarkämpfe 1934 war die Werft ein heißumkämpfter Brennpunkt, an dem sich 250 Schutzbündler und Kommunisten verteidigten [7]. Aus dieser Zeit stammt auch das vorliegende Foto [0], auf der Rückseite wie folgt beschrieben: „Austrian government again in control here – A general view of a factory section of Linz, Austria, where the Austrian government again gained full control of the city Feb.14, after some of the bloodiest fighting of the present conflict. The estimates of the dead ran from 20 to 50. In the middle background may be seen a motor factory, while beyond are the workers‘ buildings. The waters of the Danube river are in the foreground.“

Das Unternehmen wurde 1938 in die Hermann Göring-Werke eingegliedert [8]. Während des Zweiten Weltkrieges wurde u.a. ein U-Boot der deutschen Kriegsmarine teilmontiert [2].

1959 zeigte der Compass [6] ein erweitertes Produktportfolio: „Flußschiffe und kleine Seeschiffe, Schwimmbagger, Schwimmkrane, Pontons, Fähren, Schiffsdampfkessel, Schiffsaufzüge, Stahlkonstruktionen, Behälter- und Apparatebau, Brückenbau, Maschinenbau, Zementsilos, Müllwagenaufbauten (Lizenz „Haller“), Waggonreparaturen und Fahrzeugbau, Schiffsreparaturen. [Ausstattung] Zwei elektrische Schiffsaufzüge, ein 30t – Cantileverkran.“

Bis 2012 wurden fast 1.500 Schiffe unterschiedlichster Dimensionen gebaut [1]. Das erhaltene Geschäfts- und Bürogebäude wurde 1912 errichtet [3].

[0]…Luftbild 231 x 177 mm Associated Press Photo, gestempelt FEB 15 1934, Eigentum  http://www.schlot.at (2012)

[1]…Werft Linz online, 14.01.2012

[2]…U9 auf de.wikipedia.org, 14.01.2012

[3]…Linz Kultur, 14.01.2012

[4]…Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich. Compass Verlag, Wien. 608/V

[5]…Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich. Compass Verlag, Wien. 590

[6]…Industrie-Compass 1959 Österreich. Compass Verlag, Wien. 816/1

[7]…KPÖ OÖ, 14.01.2012, pdf-Seite 6

[8]…Werft Linz auf de.wikipedia.org, 14.01.2012

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Laufendes Industriegeschichte – Projekt | Steyr Waffenrad – Datierung

schlot.at bietet ab sofort eine Datierungshilfe für Ihr altes Steyr Waffenrad an. Sie haben ein richtig altes echtes Waffenrad mit Holzgriffen oder viel Rost und wollen wissen, wie alt das Rad ist und wo es gebaut wurde? Hat es vielleicht solch einen Metallschriftzug oder diesen Schriftzug als Aufkleber am oberen Rahmenrohr?

Kein Problem:  Seit meiner Publikation:

Markus Mráz: Zur Erkennung und Datierung von Steyr-Waffenrädern von 1918 bis 1940. In: Der Knochenschüttler: Zeitschrift für Liebhaber historischer Fahrräder und Hilfsmotoren. – Leipzig: Maxime Verlag – Bd. 39 (2007), S. 8-12; ISSN 1430-2543

hat sich der Bestand meiner Rahmennummernsammlung bis 1942 deutlich erweitert und ich sehe mich in gewissen Zeitbereichen in der Lage, über Interpolation von Rahmennummern zum Baujahr des zu beforschenden Steyr Waffenrades zu gelangen.

Ferner habe ich selbst mehrere weitere valide Datierungskriterien entwickelt und kann daher auch Aussagen über Fahrräder treffen, die in schlechtem Originalzustand vorliegen (falsche Felgen etc, Fehlen der Freilaufnabe etc.) .

Gerne erarbeite ich mit Ihnen persönlich im Mailkontakt eine möglichst genaue Datierung Ihres alten Steyr-Waffenrades und berate Sie in puncto Wert des Rades und allfälliger nötiger Renovierungsschritte oder -strategien.

Senden Sie mir Ihre Anfrage, am besten mit Foto des Rades von links und Mitteilung der Rahmennummer. Die Rahmennummer finden Sie bei den hier behandelten Rädern links an der Sattelmuffe – siehe Foto – oder bei älteren Damenrädern am Oberende des Sattelrohres (Vorderseite, siehe ebenfalls Foto).

Freundliche Grüße

Markus Mráz