AT | 1030 Wien | Tag des Denkmals | ARENA Wien – Ehem. Schweineschlachthaus St. Marx

So., 25.09.2016: Ausstellung Tag des Denkmales!

Ausstellung im Zuge des Tages des Denkmales im ehemaligen Schweineschlachthaus St. Marx. Die Ausstellung beleuchtet die facettenreiche Vergangenheit und Gegenwart des Standortes aus baugeschichtlicher und soziologischer Sicht bis in die Gegenwart.

Constanze C. Czutta von schlot.at ist durch Aufarbeitung der Baugeschichte des Schlachthofes und der näheren Umgebung vertreten! Eine gute Chance, viel Wissenwertes über die ehemaligen Randbereiche der Stadt zu erfahren, schreibt CZUTTA doch ihre Dissertation zu ebendiesem Thema.

Ankündigung zur Ausstellung IGNAZ GRIDL – Industriepionier aus Margareten

Am Donnerstag, den 15.09.16 um 19 Uhr

im Bezirksmuseum Margareten, Schönbrunner Straße 54, 1050 Wien

Ausstellungsdauer: 16.09. – 31.11.16, jeden Donnerstag von 16 – 19 Uhr

Der Schlossermeister und Industrielle Ignaz Gridl (1825–1890)[1] brachte es als Architekt und Ingenieur von innovativen Eisenkonstruktionen zu internationalem Ruhm. Er baute eine renommierte Eisenkonstruktionswerkstätte[2] (zuerst in Mariahilf, dann in Margareten)[3] auf und war für die Eisenkonstruktionen der bekanntesten Bauten der Wiener Ringstraßenzeit verantwortlich:[4]

Staatsoper, Burgtheater, Parlament, Palmenhaus, Justizpalast, Universität, Hofburg und Hofmuseen, Hermesvilla. Stadtbahnanlage, Fleischhalle 1030 Wien, Volkstheater, Dach des Rathauses, Kuffner Sternwarte, Kunsthistorisches Museum, Kuppel der Kirche Maria vom Siege, Herzmansky Warenhaus, Semperdepot u.v.m.

Ignaz Gridl verfasste außerdem einen Fachartikel in der „Allgemeinen Bauzeitung“ 1849[5], worin er über die berühmte Eisenkonstruktion von Leturc, Travers und Roussel an der Passage Jouffroy (Pläne der Eisenkonstruktion) in Paris berichtet.

Darin erklärt er unter anderem die herausragende Stabilität und Langlebigkeit dieser Konstruktionen, die die Kosten der bisherigen hölzernen Dachstühle nicht überstiegen.[6]Die Eisenkonstruktion der Kuppel der Kirche Maria vom Siege in Fünfhaus ist bis heute intakt.[7]

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[1]    https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Ignaz_Gridl

[2]    Bouvier, Friedrich, Verein Denkmal Steiermark, Rezension über das Buch von  Alfred Fogarassy, Verlag Christian Brandstätter: Ignaz Gridl, Eisenkonstruktionen, Ingenieurbaukunst und Innovation im späten 19. Jahrhundert

[3]    http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/729509/Ignaz-Gridl_Ein-Schlossermeister-aus-Wien-

[4]    http://www.prinzeps.com/lainsitz/gridl/gridl_ringstrasse.htm

[5]    http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=abz&datum=1849&page=23&size=45

[6]    http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=abz&datum=1849&page=23&size=45

[7]    http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/729509/Ignaz-Gridl_Ein-Schlossermeister-aus-Wien-

FR | Suchanfrage | abgebrannte Fabrik | 1914-1918

Foto-Ansichtskarte [1] einer wohl nach Kampfhandlungen abgebrannten Fabrik, glaubhafterweise aus Frankreich. Auffallend ist die mehretagige Ausführung der sehr großen Gebäude. Am Gelände sind drei markante, da unterschiedlich hohe Schornsteine zu erkennen. Die Kronen dieser Kamine sind jeweils sehr unterschiedlich ausgeführt. Wer hat Hinweise auf den Standort?

Die Aufnahme dürfte aus dem ersten Weltkrieg stammen [2].

Quellen:

[1]…AK –  Kontaktkopie, L&H 4934, 138×89 mm, unbeschriftet, Eigentum schlot.at-Archiv (2016).

[2]…Vergleich mit datierten AK desselben Musters, schlot.at-Archiv (2016)

AT | WU | Strombad Kritzendorf | Donau gegen GEVAERT-Film

Ein interdisziplinärer Versuch: Was ist auf einem achtzig Jahre alten Film zu sehen, den die Donau an Land gespült hat?

Die kurze Vorgeschichte:

schlot.at (MM) hat am 08.12.2015 bei Donau-Niederwasser am Strand des Strombades Kritzendorf einen im Sediment steckenden 8mm-Film der Traditionsmarke GEVAERT gefunden. Der Film war auf einer schwarz lackierten Blechspule mit der Stanzung „GEVAERT   MADE IN BELGIUM“ aufgewickelt und fast vollständig mit feinkörnigem Fluss-Sediment umgeben. Aus reiner Neugierde wurde der Film geborgen und mit dem Filmmuseum Wien Kontakt aufgenommen.

Bereits am 09.12.2015 meldete sich Paolo CANEPPELE, Leiter der Sammlungen des Filmmuseums, und bekundete Interesse an einer Sichtung des Filmmateriales. Nach Trocknung des Filmes wurde die Sichtung für 19.01.2016 vereinbart. Für den sehr erfahrenen Herrn Raoul SCHMIDT war die Arbeit mit derartigem Filmmaterial laut eigenen Angaben eine Premiere. Auf einem Sichtungstisch wurde der Film mit Spatel und Pinsel sorgfältig vom gröbsten Sediment befreit und nach und nach abgerollt. Die äußersten paar Meter trugen keinerlei belichtete Emulsion, weiter innen konnten verschwommene belichtete Teile des Filmes, jedoch ohne klares Bild, gefunden werden.

Für schlot.at und und das Filmmuseum Wien war die Sichtung eine interessante Premiere. Immerhin schaffte die Donau nicht, sämtliche belichtete Teile des ca. 80 Jahre Filmes auszuschwemmen. Im Folgenden findet sich eine kleine Dokumentation der Fund- und Aufarbeitungssituation.

Vielen Dank an Paolo CANEPPELE und Raoul SCHMIDT für die Aufgeschlossenheit und die Kooperation!

Ein Ersuchen des Filmmuseums: Wenn Sie obsoletes analoges Filmmaterial zu Hause haben, setzen Sie sich bitte mit dem Filmmuseum Wien in Verbindung.

AT | 1150 Wien | urban fonts 1 | Wäscherei VELOX

Das haptisch interessanteste Schlot-Projekt 2015:

Die Rettung eines absturzgefährdeten 20er Jahre-Schriftzuges aus Wien 15., Märzstraße 102, Ecke Sturzgasse.

Die mittlerweile seit einigen Jahren geschlossene Wäscherei VELOX wurde 1951 als „VELOX – Rudolfsheimer Automatenwäscherei Richter & Co., Komm.-Ges.“ mit der Adresse Wien 15., Märzstraße 102 gegründet [1].

Der geborgene Schriftzug aus Aluminium-Guss dürfte aufgrund typographischer Gleichheit mit mehreren Objekten der 1920er Jahre (mehrere Gemeindebauten in Wien, Strombad Kritzendorf) den späten 1920er Jahren entstammen und bereits von einem Vorgängerbetrieb der (Nachkriegs)-VELOX benutzt worden sein.

Nach Entdeckung des Schriftzuges im März 2015 wurde dieser einer ersten Sichtung unterzogen und dessen akute Absturzgefahr erkannt. Nach  Kontaktaufnahme mit der zuständigen Hausverwaltung konnte vereinbart werden, dass schlot.at den Schriftzug als Gegenleistung für die Abwendung der Gefahr allfälliger herabstürzender Metallkonstruktionen behalten darf. Hier sei Fr. Elvira SPANNY herzlich für ihr Engagement und die diesbezügliche Vertragsaufsetzung gedankt.

Mithilfe einer Flex und einer Leiter von Univ. Ass. Mag. Dr. Robert PETICZKA und der nötigen Stromversorgung vom benachbarten Friseursalon ELFI (Inh. Susanne SCHMID) ging es am 18.04.2015 mit allen drei damaligen schlot.at – Protagonisten WH, CS und MM zur Sache. Susanne MARKYTAN sorgte für die professionelle Fotodokumentation der Angelegenheit vor Ort. Die folgende Fotostrecke [2] zeigt den ursprünglichen Zustand der Lettern und die langwierige Arbeit daran bis zu deren Sanierung und Archivierung durch schlot.at.

Nochmals vielen Dank an alle, die diese Rettung von typographischem und gewerbegeschichtlichem Kulturgut unterstützt haben.

Quellen:

[1]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959, Wien. 1373

[2]…Fotos der Arbeiten am Objekt von Mag. Susanne MARKYTAN

 

 

Besinnliche Festtage! Jahresrückblick 2015

XMAS_2015

Mit den besten Wünschen für das Jahr 2016 verabschiedet sich schlot.at aus dem alten Jahr. Wir danken für fast 750.000 Zugriffe auf unser Webangebot seit 2007. Die Highlights 2015 sind aus unserer Sicht:

Schauen Sie weiter bei uns herein – Sie werden es nicht bereuen.