AT | 1020 Wien | ehem. Frachtenbahnhof Praterstern

Im Zuge der Wohnraumschaffung wurde um 2007/08 [1] mit dem Abtrag des ehemaligen Frachtenbahnhofes Praterstern begonnen. Damit wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass die Art der ehemaligen Nutzung (u.a. Umschlagplatz für Kohle und Koks) als obsolet bezeichnet werden muss. Markant waren am Standort die Kohlehöfe, Kohlerutschen und Kohlebunker. Innerstädtisch wird heute zum Glück kaum noch Koks verfeuert.

Eine kurze Geschichte des Altstandortes findet sich in einer Gefährdungsabschätzung des Umweltbundesamtes [2].

Zitat daraus (Beginn):

Der Altstandort „Frachtenbahnhof Praterstern“ befindet sich im 2. Bezirk von Wien nördlich des Pratersterns. Der Altstandort wird im Westen von der Nordbahnstrasse, im Norden von der Innstraße, im Osten von der Vorgartenstraße und im Süden von der Lasallestraße abgegrenzt. Die Fläche des gesamten Altstandortes beträgt insgesamt rund 820.000 m², der Teilbereich „Werkstätte“ befindet sich auf einer Fläche von rund 6.000 m². Im Jahr 1838 wurde die Kaiser-Ferdinand-Nord
bahn mit einem Personenbahnhof errichtet. Etwa 1860 wurde der Bahnhof erweitert und es wurden auch vermehrt Güter (vor allem Kohle, landwirtschaftliche Produkte und Holz sowie diverse Industriegüter) am Areal des Frachtenbahnhofs umgeschlagen. Etwa 1865 wies der Bahnhofbereich schon seine maximale Ausdehnung auf. Es entstanden große Lagerhäuser sowie auch freie Lagerflächen, Werkstätten und diverse Produktionsbetriebe. Während des 2. Weltkriegs wurde das gesamte Areal des Frachtenbahnhofs durch Bombentreffer nahezu vollständig zerstört. Nach 1945 bis etwa 1990 wurde das Areal durch eine große und häufig wechselnde Zahl an Betrieben genutzt. Nach 1945 bis etwa in die 80-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden auch große Mengen an Mineralölprodukten am Standort um geschlagen.
Ein Teilbereich des Bahnhofgeländes wurde seit rund 100 Jahren als Werkstätte für Lokomotiven genutzt. Im Bereich des Altstandortes sowie im näheren Umfeld waren auch mehrere Jahrzehnte lang oberirdische Öltanks situiert, die genaue Lage sowie Art und Menge der umgeschlagenenProdukte sind großteils nicht mehr bekannt. Im Bereich des Altstandortes befinden sich seit etwa 1867 bestehende Gleisanlagen, die großteils noch immer in Verwendung sind.

Zitat Ende

Die beigefügten Fotos aus 2008-2012 [3] sollen wertfrei den Bestand an alten Lagerhallen, Gleisanlagen und Kohlerutschen sowie den Übergang zu einem modernen Stadtteil dokumentieren. Zu dieser Zeit war das Gelände für Randgruppen aller Art hochinteressant: Obdachlose, Sprayer, spielende Schlüsselkinder, Kupferkabeldiebe, Altmetallsucher und Kampfhundebesitzer grasten regelmäßig das Gelände in puncto ihrer Interessen ab. Im Oktober 2008 konnte man in einer alten für China-Importware genutzen Lagerhalle ein Bad in Glückskeksen nehmen-siehe das in rot gehaltene Foto. Leider wurde durch die vielen ungebetenen Besucher auch viel zerstört. Dezidiert stellt sich schlot.at gegen jegliche Form des Vandalismus.

Quellen:

[1]…wien.gv.at/Rudolf Bednar-Park, abgefragt am 11.12.2017

[2]…Altstandort „Frachtenbahnhof Praterstern – Bereich Werkstätte“, UBA, abgefragt am 11.12.2017

[3]…Fotos 2008-2012, schlot.at

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AT | 1030 Wien | Ehem. neues Schweineschlachthaus St. Marx – Arena Wien

Auszug aus der umfangreichen Geschichte zum Standort des ehem. neuen Schweineschlachthofes St. Marx – dem heutigen Kulturzentrum „Arena“

Donau Auen – Donauregulierung

Die Donau erhält den größten Teil ihrer Zuflüsse aus den Alpen und weist daher stark schwankende Wasserstände auf. Im Wiener Becken bildete sie ein ganzes Netz wechselnder Wasserarme aus. Weitreichende Überflutungen bei Eisgängen und Hochwässern bedrohten wiederholt die Stadt und behinderten vorübergehend ihre Entwicklung. Bereits um 1800 konnten durch einen Donaukanaldurchstich einige Gebiete in Erdberg trockengelegt und parzelliert werden.1

 

Quelle: Stadt Wien – Vienna GIS, www.wien.gv.at/viennagis/
Links: 1780: vor der Donauregulierung – Rechts: 1875: nach der Donauregulierung

Gebietsansiedelungen // Stadtteilentwicklung

Versorgungsbetriebe mit gegenseitig ergänzenden Bedürfnissen und Angeboten siedelten sich in Erdberg an wie zb. Wasenmeister (Tierkörperverwertung), Leimsieder und Weißgerber.

In St. Marx und Simmering wurden die Gebiete entlang einer alten Römerstraße und wichtigen Handels- und Verkehrsroute (St. Marxer Linie, heutiger Rennweg und Simmeringer Hauptstraße) durch Viehstände, einen Schweinemarkt beim Bürgerspital, eine Kaserne, eine Bahnstation, eine Teerfabrik, eine Waggonfabrik, eine verlegte Tierkörperverwertung, Gas- und E-Werk, Schlachthäuser, Fleichselcher, Seuchenhöfe, später Kühlhallen und eine Wurstfabrik erschlossen.

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Erster Schweinemarkt beim Bürgerspital St. Marx. Detail aus: Neuester Plan der Haupt- und Residenzstadt Wien und dessen Vorstädte, Artaria, Wien 1824 Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wien_Stadtplan_1824-pdf-gesticht.jpg


Der Bau des neuen Schweineschlachthofes

Der Bauingenieur Max Fiebiger (1867-1958) war seit 1900 mit diversen Erweiterungsbauten am Zentralviehmarkt betraut und entwarf und leitete den Bau des neuen Schweineschlachthauses (1908-10, heutige Arena) und des großen Kontumaz(Quarantäne)- und Seuchenhofes (1916-22, alte Arena).

Max Fiebiger

Stadtbaudirektor Ing. Max Fiebiger Quelle: Tillmann, Rudolf, Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahr-Feier des Wiener Stadtbauamtes, Wien 1935, S. 52


1920-25 war er als Stadtbaudirektor tätig und baute zahlreiche Schulhäuser und Kindergärten, Schweinemastanstalten, Kühlhallen, Schlacht- und Seuchenhöfe, Straßen, Kanäle, erweiterte die Hochquellenwasserleitung. Übriggebliebene Gasbeleuchtung wurde durch elektrische Lampen modernisiert. Ebenso war er an Bauprogrammen zur Schaffung von Kleinwohnungen beteiligt.2

Ab April 19083 (Auftragserteilung 19054) wurde an der Ecke Baumgasse und geplantem Landstraßer Gürtel (heutiger Franzosengraben) auf einer Grundfläche von 15.865 m² an einer Schweineausladerampe der Schlachthausbahn der neue Schweineschlachthof mit einer Fläche von 8.289 m²5 für 1500 Schweine in Warte- und Stechbuchten6 errichtet.

Das Terrain musste bedeutend aufgeschüttet werden; die wichtigsten Gebäude waren aber schnell errichtet.7 Urspünglich war der Seuchenhof an dieser Stelle geplant, denn es existierten zahlreiche Seuchen unter den Haus- bzw. Nutztieren.8

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Beginn der Bauarbeiten Quelle: Die Gemeindeverwaltung der K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1908, Wien 1910, S. 254

Am 02. Jänner 1910 wurden schließlich die ersten Schweine eingetrieben9 und am 20. Juni 1910 eröffnet.

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Eröffnung des Schweineschlachthauses Quelle: Amtsblatt der K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, 19. Jahrgang, Wien 1910, S. 57


Der Betrieb des Schweineschlachthauses ersetzte damit die sonst üblichen Schweineschlachtungen an der Notstechbrücke in St. Marx und in den Rinderschlachthöfen.10

Neues Schweineschlachthaus statt alter Notstechbrücke St. Marx

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Notstechbrücke am Zentralviehmarkt Quelle: Festschrift Wiener Stadtbauamt, 1935, S. 175

Hart an der Donau standen die öffentlichen Schlagbrücken der Fleischhauer. Man brachte dieselben in dieser Entfernung von der Stadt an, nicht nur um die Luft in den nächsten Umgebungen der Stadt rein zu halten, und die Gefahren, welche den Menschen bey Tödtung des Schlagviehes bevorstehen, zu entfernen, sondern auch um den Fleischhauern selbst mehr Bequemlichkeit zu verschaffen.“11

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Gesamtlageplan des Zentralviehmarkt; das neue Schweineschlachthaus befindet sich in der rechten oberen Ecke. Quelle: Paul, Martin, Technischer Führer durch Wien, Wien 1910, S. 236, Abb. 149

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Gesamtlageplan des Zentralviehmarkt; das neue Schweineschlachthaus befindet sich in der rechten oberen Ecke. Plan des III. Wiener Gemeindebezirkes Landstraße 1:10.000, Kart. Inst. in Wien, Ausschnitt, um 1935. Quelle: schlot.at

 

Die Gebäude und deren Einrichtungen

Die Kühlhalle (an Stelle der heutigen Open Air Wiese) bestand aus zwei Hallen, die durch eine Kohlensäure-Kühlmaschine mit Tandem-Heißmaschine (80 PS) als Antrieb gekühlt wurden. Das Kühlwasser, der Abdampf und das Kondensationswasser wurden dem Betrieb wieder zugeführt.

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Bombentreffer nach dem 2. Weltkrieg an der alten Kühlhalle auf dem heutigen Open Air Gelände Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 103


Im damaligen und heutigen Verwaltungsgebäude waren im Erdgeschoß Amtsräume und eine Aufseherwohnung und im Obergeschoß eine Wohnung für den Schlachthofleiter und einen Aufseher untergebracht.12

Der heutige Kleine-Hallen-Trakt war als Sterilisierungsanstalt erbaut wurden und unterteilte sich in Wasch-, Umkleide-, Koch, Desinfektions-, Zerteilungs- und Untersuchungsraum sowie eine Freibank mit Warte- und Verkaufsraum und eine Kanzlei.
In diesem Trakt wurde Fleisch, das seuchenverdächtig war, sterilisiert und günstig in der Freibank verkauft. Die Freibank war im Erweiterungsbau von 1926 eingerichtet worden. Bei diesem heutigen Kleine-Hallen-Konzertraum handelte es sich um einen Verkaufsraum, in dem minderwertiges tw. mit Bandwurmlarven besetztes Fleisch oder Fleisch von kranken oder verunfallten Tieren günstig verkauft wurde. Kranke Tiere dürfen und durften nicht in normalen Schlachthöfen geschlachtet werden; das Fleisch nicht in normalen Fleischereien verkauft werden.13
Ein- und Ausfahrt lag beiderseits eines Torwächterhäuschens (heute noch mit nur einer Einfahrt vorhanden)

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Schlachthofarbeiter vor dem Freibankgebäude (Kleine Halle) mit Torwächterhäuschen, 1938 Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 155

 

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Freibank – Verkaufsraum (Kleine Halle, von der Bühne, Richtung Ausgangstür) 1938 Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 154

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Sterilisierungs- bzw. Sudraum (heutiger Dreiraum-Konzertraum) Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 261

 

 

WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.- 2.H.20.Jh.: Nr. 492

Eröffnung der verlegten Freibank, 16. März 1950 (neben der heutigen großen Halle) Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 492

Die Hallen und die diversen Räume wurden stetig umgebaut und erweitert; der Verkaufsstand an die südöstliche Einfriedungsmauer verlegt.

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Neue Freibank – Innenraum, 16. März 1950 (neben der heutigen großen Halle) Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 491

 

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Arena Beisl – ehem. Meister- und Gesellenraum- Schlafstätten für die Lohnschlächter im Obergeschoß Quelle: Arena Archiv 2013


Im Trakt des heutigen Beisls waren Aufenthaltsräume für die Arbeiter: Gesellen, Gehilfen, Meister, Aufseher untergebracht.

Die importierten Schweine kamen hauptsächlich aus Ungarn und Bosnien und Herzegowina18 Jedoch konnte man Schweine selbst in den Schlachthof bringen und sie gegen Gebühr (90 Kronen für ein Schwein und 3 Tage Kühlhauslagerung) unterbringen, schlachten und in der Kühlhalle lagern.19

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Nicht mehr existent: Tötebucht mit Brühbottich und Enthaarungsmaschine, im März 1952 Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 587

 

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Nicht mehr existent: Brühbottich, Enthaarungsmaschine und Auswerfer für Schweine, im März 1952 Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 589

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Nicht mehr existent: Arbeiter in der Darmwäscherei Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 560

 

Kunsthistorische Kurzanalyse

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Das einstige und heutige Verwaltungsgebäude Quelle: Arena Archiv 2013

Profaner Sichtziegelbau, erbaut im Landstraßer Stadtteil St. Marx in den Jahren 1908 – 191014 – am Höhepunkt der Bevölkerungsdichte15 Wiens – als Ausläufer der romantisch historistischen Industriebauten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Um- und Anbauten aus dem 20. Jahrhundert.

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Alter Schriftzug an der heutigen großen Konzerthalle, darüber das typische Ziegelfries Quelle: Arena Archiv 2013

Die heutige große Konzerthalle beherbergte das Kessel- und Maschinenhaus sowie Kohlendepots, Maschinistenraum und diverse Lagerräume.

Die Eingangsfront hat den sakralen Charakter einer Basilika – einer mehrschiffigen, profanen Halle, die schon in der altrömischen Baukunst als Markt-, Gerichts- und Versammlungshalle16 diente. Übernahme durch die Christen; im 19. Jahrhundert ist die basilikale Grundform der vorherrschende Kirchentypus17.

Am Blendgiebel befindet sich ein mit Ziegeln stilisiertes Zahnschnittfries und ein großes Rundfenster. In der Frieszone befindet sich das seltene und für die Arena typische dreifache, zu einer Blume versetzte Zahnfries. An der Westwand finden sich über zweigeschossigen Rundbogenfenstern die Original-Schriftzüge „Kesselhaus“ und „Maschinenhaus“.

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Vorderfront der heutigen großen Halle Quelle: Arena Archiv 2013


Zum Verkauf des Auslandsschlachthofes und zum Ende der Schlachthöfe

Ab Mitte der 60er gingen die Lebendanlieferungen stark zurück, da mit dem „Fortschritt der Kühltransporttechnik“, „dem Ausbau der Verkehrslage“ und den ausgelagerten und billigeren „Produktionsgebieten“ nicht mitgehalten werden konnte. Ebenso gab es neue „Erkenntnisse“ und Vorschriften die „Lebensmittel- und Schlachthygiene“ betreffend, weswegen Mitte der 70er beide Schlachthöfe (damalige Auslands- und Inlandsschlachthöfe – Schweineschlachthaus am 21.6.7620) bereits geschlossen hatten und 1997 die Schlachtungen auch am Zentralviehmarkt beenden wurden.21

Im Sinne von Betriebsansiedelungen oder Betriebsausweitungen wurden [zahlreiche] Liegenschaften im 3. und 10. Bezirk verkauft.22

Zur Besetzung im Sommer 1976

Die Besetzung des Kontumazmarktes/des damaligen Auslandsschlachthofes im Rahmen der Wiener Festwochen diente als Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Kulturpolitik der Stadt Wien und zeigte den Mangel an alternativen Kultureinrichtungen auf.

In der kurzen Zeit der Auseinandersetzungen mit der Stadt Wien haben die Besetzer mit vereinten Kräften und Zielen erreicht, ein funktionierendes, alternatives und frei zugängliches Kulturzentrum aufzubauen. Zwar wurde der besetzte Schlachthof trotz Widerstand abgerissen, doch der gegenüberliegende, kleinere Schweineschlachthof wurde zur freien, alternativen, kulturellen Umnutzung angenommen.

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Luftbildaufnahme des Auslandsschlachthofes 1956, Links das besetzte Areal: der spätere Auslandsschlachthof, der Austragungsort der Festwochen-Arena, Rechts oben der ehem. Schweineschlachthof – die heutige Arena Quelle: WSTLA, Presse und Informationsdienst Bestand 3.3.11, FC2Positive ehemaliger Ordner, 56170.81

Link zum Archivsystem: https://www.wien.gv.at/actaproweb2/benutzung/archive.xhtml?id=Stueck++0f7d1790-22eb-4b8b-8ea9-6e07bbde4a06VERA#Stueck__0f7d1790-22eb-4b8b-8ea9-6e07bbde4a06VERA

Nach dem Einzug der Bewegung in die „neue Arena“ fanden anschließend im Juli 77 bis Juli 78 Umbauarbeiten statt.23 Danach begann das regelmäßige und bis heute konsequent geführte Veranstaltungsprogramm am heutigen Arena-Gelände.

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Umbauarbeiten am Open Air Gelände 1994 Quelle: Arena Archiv


Großer Umbau der großen Halle und des Open Air Geländes: 1994-2004 durch das Architekturbüro Rataplan24

Die Gebäude der heutigen Arena sind stark restaurierungsbedürftig, da sie seit 40 Jahren für die Allgemeinheit genutzt werden. Eine der Besonderheiten ist die auffallende Ziegelfriesgestaltung.

Auszug aus dem Bescheid des Bundesdenkmalamtes Wien laut § 2 des Denkmalschutzgesetzes, 1997 – GZ.: 29.276/3/1997

Die Gebäude des ehem. Schweineschlachthofes stellen mit ihren typischen und weitgehend vollständig erhaltenen Sichtziegelfassaden eine bereits selten gewordene Form dieser Industriebauweise aus dem Ende des 19. Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien dar und sind daher architekturgeschichtlich von besonderer Bedeutung.”

Der Schweineschlachthof dokumentiert als einer der letzten erhaltenen Reste der einstigen Vielzahl an historischen Viehmarkt- und Schlachthofbauten in St. Marx einen bedeutenden Bereich der Wirtschaftsgeschichte Wiens um die Jahrhundertwende.”

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Nicht mehr existent: Reparaturen an dem Dach der im zweiten Weltkrieg von Bomben getroffenen Kühlhalle. Blick in Richtung Gasometer auf das Verwaltungsgebäude, 1947 Quelle: WSTLA, Bestand 3.3.21, Fotos aus dem Bestand M.Abt. 243, FC Positive, 4. Viertel 19.Jh.-2.H.20.Jh.: Nr. 115


Die Arena Wien ist eines der europaweit bedeutenden Beispiele für die funktionierende kulturelle Umnutzung leerstehender Fabriksgebäude durch autonome Gruppen.
http://arena.wien/


Bibliografie

1 Festschrift, 100 Jahre Wiener Stadtbauamt, 1835-1935, Wien 1935, S. 126 f.

2 Festschrift 1935, S. 53

3 Stadt Wien, Die Gemeindeverwaltung der k-u-k- Reichhaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1908 VVII., Bericht des Bürgermeisters Dr. Karl Lueger, Verlag Gerlach und Wiedling, Wien 1910, S.254 – im WSTLA

4 WSTLA, Inhaltsverzeichnis für das Amtsblatt der k.u.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, XIV. Jahrgang, Gesetze, Verordnungen und Entscheidungen, Nr. 51 am 28. Juni 1910, Wien 1905; S.1056, Protokoll 5420 und S. 1358 Protokoll 7591(tgl. 600 Schlachtungen)

5 Festschrift 1935, S. 179

6 Ebenda, S. 180

7 Stadt Wien, Die Gemeindeverwaltung der k-u-k- Reichhaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1908 VVII., Bericht des Bürgermeisters Dr. Karl Lueger, Verlag Gerlach und Wiedling, Wien 1910, S.254 – im WSTLA

8 Stadt Wien, Die Gemeindeverwaltung der k-u-k- Reichhaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1908 VVII., Bericht des Bürgermeisters Dr. Karl Lueger, Verlag Gerlach und Wiedling, Wien 1910, S.249 – im WSTLA

9 WSTLA, Marktamt B52 12, Geschäftsprotokolle 1907 und 1908, 39.1

10 WSTLA, Inhaltsverzeichnis für das Amtsblatt der k.u.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, XIX. Jahrgang, Gesetze, Verordnungen und Entscheidungen, Nr. 51 am 28. Juni 1910, Wien 1910; S.57, IV. Kundmachung

11 Geschichte der Vorstädte und Freygründe Wiens, 1812. S. 12

12 Festschrift, S. 180

13 Ebenda

14 Siehe Metallfahne auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes. Eröffnung des Schlachhofes 1910. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachthof_Sankt_Marx und In: www.wien-vienna.at/index.php?ID=224

15 Bevölkerungsentwicklung lt. Statistik Austria, in: http://www.carookee.de/forum/Kleeblattforum.carookee.com/33/21583648-0-01105?p=1

16 E.A. Seemann, Seemanns Lexikon der Architektur,Leipzig, 2000, S. 31

17 Fritz Baumgart, Dumont’s kleines Sachlexikon der Architektur, Köln, 1997, S. 29 f.

18 WSTLA, Marktamt B52 12, Geschäftsprotokolle 1907 und 1908, 81.3

19 WSTLA, Marktamt, Zentralviehmarkt, Normalien, Kurrenden, Kundmachungen. A51-1, Normalien 1920, Nr 98, Beilage D, Gebühren für das Schweineschlachthaus der Stadt Wien und für die Benützung der Kühlanlage dieses Schlachthauses

20 Magistrat der Stadt Wien [Hrsg.], Die Verwaltung der Stadt Wien 1976, Wien 1977, S. 218

21 Magistratsabteilung 53, Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 16.12.1997 – Letzte Rinderschlachtungen in St. Marx

22 Magistrat der Stadt Wien [Hrsg.], Die Verwaltung der Stadt Wien 1976, Wien 1977, S. 193

23 Verena Kövari, Die Arena, Alternativkultur im Wien der 1970er Jahre, Wien 1997, S. 78

CZ | Chomutov | Tischlerei Franz Moltré | Möbelentwürfe | Art Déco

Von einem gewissen Franz Moltré, Beethovenstraße 24, Komotau (heute Chomutov) sind 8 Art Déco-Möbelskizzen und ein Briefumschlag aus der Zwischenkriegszeit ins schlot.at-Archiv gelangt [1].

Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung ergab folgende Auskunft:

+++Aus dem Adressbuch der Stadt Chomutov geht ervor, dass Franz Moltré von etwa Mitte der  1920er Jahre bis zum Zweiten Weltkrieg eine Tischlerei im Haus Nr. 948 an der Ecke Školní und Beethovená betrieb. Er ist nicht im Verzeichnis der im Zuge der Beneš-Dekrete vertriebenen Deutschen verzeichnet. [2]+++

Ein Vergleichsstück des unten erstabgebildeten Art-Déco-Entwurfes (allerdings von  Jindřich Halabala) fand Constanze C. Czutta (schlot.at) hier [3].

Wer hat weitere Informationen zu Franz Moltré und seiner Existenz nach 1938?

Quellen:

[1]…Acht Pauspapier-Skizzen von Franz Moltré bzw. dessen Werkstatt und ein Briefkuvert. Eigentum schlot.at-Archiv (2017)

[2]…Email der Stadtverwaltung der Statutarstadt Chomutov vom 13.04.2017

[3]…theoldcinema London, 03.12.2017.

 

 


CZ | Rudník | Terezín | Kunstseide AG Theresienthal

Die hier abgebildete Fabrik [1] ist die 1921 gegründete [2] Kunstseide AG Theresienthal im äußersten Norden Böhmens (Riesengebirge); sie war die erste derartige Produktionsstätte in der Tschechoslowakei und wurde als „Werk Secheza“ bezeichnet [3].

Über die Zwischenkriegszeit ist hierorts kaum etwas bekannt. Laut Quellen [2] und [3] wurde diese Kunstseidenfabrik in den 1960er Jahren zum Hersteller von Gummiprodukten für die Automobilindustrie umprofiliert und firmierte schließlich als Rubena Rudník [2]. 1989 erfolgte eine neuerliche Umfirmierung, die nicht weiter dokumentiert ist [3].

2010 berichteten Medien von einer folgenschweren Explosion im Werk der Firma AVON Automotive in Rudník [4]. Es liegt nahe, dass AVON Automotive nunmehr der Rechtsnachfolger von Rubena Rudník ist [5]. Dies wird durch die Geschichtsseite des Unternehmens untermauert, wo der Einkauf nach Rudník (wohl das Rubena-Werk) in der Zeitleiste mit dem Jahr 2000 dokumentiert ist [6].

Quellen:

[1]…Fotopostkarte „TEREZIN“, im unteren Teil schwarz retouchiert der Schriftzug „Kunstseide AG Theresiental“. 133 x 83 mm Belichtungsfläche, ohne Jahr. Wohl um 1925-1930 Eigentum schlot.at-Archiv (2017)

[2]…Terezín (Rudnik) auf wikipedia.org, abgefragt am 30.11.2017

[3]…rudnik.cz, Geschichte (tschech.), abgefragt am 30.11.2017

[4]…lidovky.cz, Bilder und Bericht von der Expolosion 2010 (tschech.) abgefragt am 30.11.2017

[5]…Avon Automotive, abgefragt am 30.11.2017

[6]…Avon Automotive/Geschichte, abgefragt am 30.11.2017

 

GB | Swindon | GWR / Swindon Works

Neuzugang ins Archiv:

Nachlass eines ehemaligen Mitarbeiters der britischen Great Western Railway-Lokomotivwerkstätte und -fabrik Swindon Works, Wiltshire, England [1].

1841 gegründet, wurden bis 1843 nur Reparaturen ausgeführt, 1846 die erste eigene Lokomotive „Premier“erzeugt. 1850 wurde mit der Herstellung von Güterwaggons begonnen. 1851 wurden bereits über 2000 Arbeiter beschäftigt und eine Lokomotive pro Woche fertiggestellt.

Ab 1875 wurden zusätzlich Schiffsmotoren für die Schiffsflotte der GWR gebaut. Um 1900 hier gefertigte komplette Züge wiesen bereits elektrische Innenbeleuchtung auf, ein Hinweis auf die Innovationskraft des Unternehmens.

1914 wurden im Zuge der Rüstungsproduktion in Swindon Haubitzen erzeugt [2]

Einen sehr guten Überblick über die technische Einrichtung und Organisation der Fabrik anno 1935 gibt Quelle [3].

1947 wurde die Fabrik verstaatlicht [2] und in Folge als Teil der British Railways geführt; sie spezialisierte ihre Produktion auf Diesel-Hydraulik-Lokomotiven. Im Zuge laufender Technologieänderungen wurde die Produktion 1965 eingestellt und der Standort bis 1986 nur noch zu Reparaturzwecken betrieben.

Ein Großteil der uns vorliegenden Bilder wurde um 1986 nach Werksschließung geschossen.

Quellen:

[1]…Foto-Reproduktionen (schwarz-weiß) und Originale vom Abbruch 1986, Eigentum schlot.at-Archiv (2017)

[2]..wikipedia.com, Swindon Works, abgefragt am 19.04.2017

[3]…gracesguide.co.uk, Swindon Works in 1935, abgefragt am 19.04.2017

 

AT | GD | Heidenreichstein | Strumpfwarenfabrik BÄRENMARKE

Foto einer Werksbesichtigung am Gelände der ehemaligen Strumpffabrik BÄRENMARKE,  Heidenreichstein, Waidhofner Straße 10, um 1965-1970 [1].

Als stilistisch mutig kann die im Stile einer Fleischerei vollständig gekachelte Fassade des Fabriksgebäudes bezeichnet werden. Aus heutiger Sicht attraktiv erscheinen hingegen das aufwendige Mosaik-Logo und die Neon-Reklame am Firmendach. Links im Bild ist die Anlieferung von Chemikalien für die Nylonproduktion [5] im Tank-LKW dokumentiert.

Zur Geschichte der Strumpffabrik konnten folgende Meilensteine eruiert werden:

  • 1916: Übernahme der ehem. Strickerei FRIEDRICH durch David Goldfeld&Co. [2]
  • 1925: GOLDFELD & Co Strumpfwarenfabrik (1916), Kirchberg am Walde, Heidenreichstein, Wien 19., Hardtgasse 25 und 32. (Kraftantrieb) 30 PS, 400-500 Arbeiter. Verwaltung in Wien. [3]
  • Beginn 1930er Jahre: Beschäftigungsstand ca. 80 Personen [2]
  • 1938-1945: Arisierung, Übernahme durch Mathias GERÖ, Kriegsproduktion mit ca. 50 Beschäftigten. [2]
  • 1959: GERÖ & HOHENBERG, Strumpfwarenfabrik „BÄRENMARKE“ (1916), Heidenreichstein […] 100 Arbeiter.
  • 1961: Errichtung einer Filiale in der ehem. Strickerei GLÜCK, Eisgarn. [2]
  • 1976: Ende der Produktion ein Heidenreichstein und Eisgarn. [2]
  • 2006: Nachnutzung der Fabriksgebäude durch einen Supermarkt [2]

Quellen:

[1]…Farbfoto KODAK, 117 x 80 mm Belichtungsfläche, unbeschriftet. Eigentum schlot.at-Archiv (2017)

[2]…STADLER, G. A. (2006) Das industrielle Erbe Niederösterreichs: Geschichte, Technik, Architektur; Böhlau-Verlag Wien Köln Weimar. S. 320

[3]…COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Österreich 1925/26, 1472

[4]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959, 1301

[5]…schule-studium.de, Nylonherstellung, abgefragt am 07.04.2017

INT | Ziegelwerk mit Ringofen | um 1910

Undatierte Foto-Postkarte eines Ziegelwerk-Areales, wohl um 1910 [1]. Zu sehen sind:

  • Ziegelteich im Vordergrund
  • Frischgeschlagene Ziegel zum Trocknen  / Mittelgrund und rechter Vordergrund
  • Überdachte Trockenstapel für Aufbewahrung bis zum Brand / Mitte und links
  • Holzummantelter Hoffmannscher Ringofen mit mächtigem Kamin
  • Wäscherinnen oder Zieglerinnen beim Waschen

Wer hat Hinweise auf den Standort? Provenienz der Fotokarte: Tirol

Quelle:

[1]: Foto-Postkarte mit maskierter Belichtungsfläche 108 x 78 mm, ohne Beschriftung. Eigentum schlot.at-Archiv (2017)

DE | BBG | Schornsteinbau EBELING | 1891

Annonce [1] anno 1892 eines 2017 nicht mehr bestehenden sächsischen Schornsteinherstellers und -sanierers, nämlich der Gebrüder EBELING in Bernburg/Anhalt . Glaubt man dem Inserat, so konnte der „Schornsteinkünstler“ „Reparaturen jeder gefährlichsten Art, als: Einbinden, Höherbauen, Geraderichten, Ausfugen, Ausbessern, Abtragen oder Umwerfen etc. bei Besteigung von aussen mit Kunstgerüst fachgemäss, schnell und billigst während des Betriebes“ bewerkstelligen.

Wie in vielen Annoncen dieser Zeit wird geradezu Unmögliches beworben. Wie das Umwerfen eines Kamines bei Besteigung mit Kunstgerüst von außen bei laufendem Betrieb funktionieren soll, fragt sich der Autor dieser Zeilen – und wohl auch die beiden armen Figuren in der Annonce. „Fachgemäss“ und „schnell“ sowie „Fachgemäß“ und „billigst“ schließen sich nach bisheriger Lebenserfahrung der hier schreibenden Redakteure ebenfalls aus.

Eine Nachfrage beim Hersteller muss unterbleiben, existiert doch kein Schornsteinbauer-Unternehmen dieses Namens mehr [2].

Quellen:

[1]…Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 40. Jg. 1892, Verlag der Manz’schen k.u.k. Hof-Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien. S 254e, schlot.at freundlich zugeeignet von Mag.theol. Rochus HETZENDORFER (2016)

[2]…google.com, 05.02.2017

BG | unbekanntes Sägewerk | дъскорезница | 1924

Echtfoto – Postkarte [1] aus 1924, welche ein älteres, heruntergekommenes Sägewerk in Bulgarien [1,2] zeigt. Es bestehen hinter Sägen mit Holzüberdachung, den üblichen großen Lagerflächen für Schnitt- und Spaltholz und den schmalspurigen Waldbahn-Gleisen zwei markante Gebäude.

  1.  Das eigentliche Sägewerk mit länglicher holzvertäfelter Halle samt Tonnengewölbe aus Blech, zwei daraufgesetzten Belüftungsgiebeln und einem dünnen Blechkamin. Interessant sind die unzähligen kleinen Fenster an den oberen Seitenfronten der Halle, von denen viele bereits zu Bruche gegangen sind (Kriegsfolge 1914-1918?).
  2.  Im rechten Vordergrund das mit „фабрично управление“ beschriftete Verwaltungsgebäude aus Ziegeln mit hölzernem Eingangsbereich; hier halten sich gerade mehrere Arbeiter, möglicherweise zur Auszahlung des Taglohnes, auf.

 

Wer kennt den Aufnahmeort?

Quellen:

[1]… Echtfoto – Postkarte 137×88 mm, Hersteller „B“, frankiert mit 2 Stück Ergänzungsmarken à 1 Lew, entwertet mit rotem Poststift durch Auskreuzen; datiert mit 19.04.1924, gelaufen an eine „Bau-Kompanija Vitez“, Bosnien, S.H.S., Eigentum schlot.at-Archiv

[2]…Google Translate, 07.09.2016

INT | Suchanfrage | Braunkohle – Tagebau 1 | ~1940

2 Fotos [1] aus ca. 1940 aus einem riesigen, vermutlich deutschen Braunkohlerevier. Zu erkennen sind ein mächtiger Förderbagger der Marke KRUPP, ferner zwei parallel verlaufende Schmalspurgleise samt zugehöriger Lokomotive. Am Foto, das vom Bagger aus geschossen wurde, werden die Dimensionen seiner Ketten (rechts im Bild) und die Größe des Abbaufeldes ersichtlich.

Um welchen Tagebau kann es sich hierbei handeln?

Quelle:

[1] 2 Kontaktkopien 88 x 51 mm Belichtungsfläche, von Rollfilm auf Leonar, um 1940, Eigentum schlot.at (2016)